Auch Fussl Modestraße ruft nach Unterstützung

Auch Fussl Modestraße ruft nach Unterstützung

Picturedesk
Download von www.picturedesk.com am 01.04.2020 (15:28). 06.12.2017, Flagship-Store, Ried im Innkreis, AUT, Fototermin, Ernst Mayr, Fussl, im Bild Ernst Mayr, Geschäftsführer Fa. Fussl, Pressefoto Scharinger © 2017, PhotoCredit D. Scharinger - 20171206_PD3102
Download von www.picturedesk.com am 01.04.2020 (15:28). 06.12.2017, Flagship-Store, Ried im Innkreis, AUT, Fototermin, Ernst Mayr, Fussl, im Bild Ernst Mayr, Geschäftsführer Fa. Fussl, Pressefoto Scharinger © 2017, PhotoCredit D. Scharinger - 20171206_PD3102

„Mode interessiert derzeit niemanden“, sagt Fussl-Chef Ernst Mayr. Rund 30 % der Geschäfte in der Branche stünden ohne Hilfe vor dem Aus.

Die Frühjahrsmode ist bezahlt, hängt in den Geschäften, kann aber nicht verkauft werden. „Wir werden Hilfe brauchen“, umreißt Ernst Mayr aus der Eigentümerfamilie der Fussl Modestraße Mayr GmbH mit Hauptsitz in Ort im Innkreis die Situation. Ohne Staatshilfe würden 30, mit Unterstützung rund 10 % der Geschäfte im Bereich Mode und Schuhe zusperren müssen, schätzte er.
Die Modebranche hätte von Mitte März bis Mitte Mai ihre umsatzstärksten Wochen im ersten Halbjahr. Dass Fussl noch immer keinen Online-Shop hat, bereut der Eigentümer nicht. „Das wäre ein Tropfen auf dem heißen Stein“, mit 95 statt 100 % Ausfall, ergänzt Mayr. Denn: „Mode interessiert derzeit niemanden!“ Er fordert deshalb eine staatliche Direkthilfe. Fussl steht auch namentlich hinter den am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Forderungen des Österreichischen Modehandels an die Regierungsspitze.

Mitarbeiter in Kurzarbeit

Sein Unternehmen werde die Krise überleben, zwar mit großen Verlusten, aber „wenn wir schon so leiden, kann man sich vorstellen, wie Firmen kämpfen, die weniger gut dastehen“, erklärt Mayr. Fussl habe im Vorjahr mit 143 Mio. € Umsatz in Österreich sein bestes Jahr gehabt. In den 150 Filialen arbeiten 1.200 Angestellte, 29 Läden in Bayern kommen dazu. Jetzt rechnet der Innviertler mit der bereits beantragten Kurzarbeit und damit, dass auf die Miete für die geschlossenen Geschäftslokale verzichtet wird. Um Hilfe habe man schon angesucht.
Jetzt müsse Fussl die Bestellungen für den Herbst anzahlen. Freilich könne man um Aufschub bitten, doch die Lieferanten seien von der Coronakrise genauso betroffen. „Eventuell wird sich der Kreis da um 10 bis 15 % verkleinern, auch bei den Geschäftslokalen.“ Nun merke man, wo eine echte Zusammenarbeit – mit Lieferanten und Vermietern – bestehe, kann der Unternehmer der Krise auch ein wenig Gutes abringen.

„Im Mai wieder aufsperren“

Derzeit sei die Hälfte der 1.200 Mitarbeiter in Österreich in Kurzarbeit – „die Regelung ist gut“, so Mayr –, die andere Hälfte noch auf Urlaub. Mayr rechnet damit, „dass wir im Mai wieder aufsperren“ und dass die Österreicher dann sehr wohl Geld ausgeben werden. „Jetzt bleibt den Menschen viel, sie gehen nicht ins Theater oder zum Fußball, nicht zum Essen oder ins Kino.“
„Zusammenstehen, Abstand halten und regional einkaufen“ sei sein Appell. Würde das Geld der Haushalte über Amazon & Co. ins Ausland fließen, fehle dieses danach dem Staat für Hilfspakete, für die Krankenhäuser und die Pflege. Mode sei nicht lebenswichtig, doch „wenn dann nur noch ausländische Konzerne übrig bleiben, wird das nicht gut sein“.

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