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Contemporary Muslim Fashions: Ausstellung in Frankfurt für muslimische Mode

Von Haute Couture über Streetwear bis zu Sportbekleidung: Der Markt für muslimische Mode wächst weltweit. Die Ausstellung »Contemporary Muslim Fashions« im Frankfurter Museum Angewandte Kunst setzt sich aktuell mit zeitgenössischer muslimischer Mode auseinander. Auch Arbeiten Wiener Designerinnen sind dabei.

Vergangene Woche eröffnete in Frankfurt die Ausstellung »Contemporary Muslim Fashions« und macht so nach San Francisco erstmals in Europa halt. Doch bereits vor der offiziellen Eröffnung sorgte die Exposition für Furore und ließ unterschiedliche Stimmen laut werden: Von den einen als längst überfällige, gekonnt kuratierte Zusammenstellung muslimischer Mode gelobt, sprachen andere von einer unerhörten Feier der Unterdrückung der Frau.

Faktisch präsentiert die Ausstellung eine Momentaufnahme aktueller muslimischer Kleidungsstile aus aller Welt, mit einem Schwerpunkt auf dem Nahen Osten und Südostasien sowie Europa und den USA. Dabei »reflektiert sie, wie Kleidung dem Ausdruck der vielen Facetten individueller, religiöser und kultureller Identität dient – und wie sie Identität prägt«, so eine offizielle Mitteilung des Museums.

Rund 80 Ensembles von etablierten als auch aufstrebenden Marken und Modeschaffenden, ergänzt von Modefotografie und Laufstegvideos, zeigen, auf welch vielseitige Weise regionale Ästhetiken mit globalen Modetrends verwoben werden können. Daneben gibt Originalmaterial aus sozialen Netzwerken, die eine zentrale Rolle in der Verbreitung von »Modest Fashion« spielen, Einblicke in die Vielfalt der Positionen in der muslimischen Welt. Ziel der Ausstellung ist es, verschiedene Stimmen zu Wort kommen zu lassen und Mode zu zeigen, ohne sie politisch oder emotional aufzuladen.

Die ursprüngliche Idee zur Ausstellung stammt vom Wiener Max Hollein, der seit Sommer 2018 Direktor des Metropolitan Museum of Art in New York ist, und entstand in Zusammenarbeit mit DesignerInnen aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Indonesien und Malaysia. Hinzugekommen sind für die Exhibition in Frankfurt unter anderem vier Vertreterinnen aus dem deutschsprachigen Raum, darunter zwei Designerinnen aus Wien: Naomi Afia Brenya Güneş-Schneider und Imen Bousnina. Erstere, Absolventin der Wiener KunstModeDesign Herbststrasse, die bereits ihre letzte Kollektion unter dem Titel »Our Bodies Our Business« präsentierte, setzt bei ihren Kreationen auf ein Modeverständnis, dass im Einklang mit fairen Produktionsbedingungen und ökologischer Nachhaltigkeit steht. Die Kritik an der Ausstellung kann sie nicht nachvollziehen: »Es ging mir darum, ein Statement für Selbstbestimmung zu setzen, ein Statement gegen Zwänge, was welche Körper tragen sollen oder nicht – ob diese Zwänge nun von der einen oder anderen Seite kommen.«

Die Ausstellung »Contemporary Muslim Fashions« ist bis zum 15. September 2019 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt zu sehen. Weitere Informationen unter https://www.museumangewandtekunst.de/.

Von: Lisa Hollogschwandtner