Halbjahreszahlen: LVMH bleibt trotz Corona pr...
Halbjahreszahlen

LVMH bleibt trotz Corona profitabel

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Der Store von Louis Vuitton auf der Fifth Avenue in New York am 11. Juni dieses Jahres
Der Store von Louis Vuitton auf der Fifth Avenue in New York am 11. Juni dieses Jahres

Der Luxusgüterkonzern LVMH verliert im 1. Halbjahr 27 % seines Umsatzes. Der Gewinn bleibt mit mehr als 500 Mio. € aber beachtlich.

Auch beim Luxusgüterkonzern LVMH mit Marken wie Louis Vuitton, Dior, Givenchy oder Fendi sind im ersten Halbjahr im Zuge der Corona-Pandemie Umsatz und Ergebnis eingebrochen. So war der für die Luxusgüterindustrie wichtige internationale Tourismus nahezu lahmgelegt. Geschäfte und Produktion waren über mehrere Monate weltweit nahezu komplett geschlossen.
Der Umsatz im ersten Halbjahr lag mit 18,4 Mrd. € um 27 % unter dem Vorjahresniveau, im zweiten Quartal betrug das Minus 38 %. In der Sparte Mode und Lederwaren sank der Halbjahresumsatz nur unterdurchschnittlich um 23 % auf knapp 8,0 Mrd. €. Am stärksten betroffen war die Sparte Uhren und Schmuck mit - 38 % auf 1,3 Mrd. €.

Ertragsbringer Mode

Das bereinigte operative Ergebnis brach in der Folge im ersten Halbjahr um 68 % auf knapp 1,67 Mrd. € ein. Der Überschuss fiel mit 522 Mio. € um 84 % geringer aus als im 1. Halbjahr 2019. Wichtigster Ertragsbringer blieb dabei die Mode: Während vier Geschäftsbereiche (darunter auch Uhren und Schmuck) operativ Verluste schrieben, ging das operative Halbjahresergebnis im Bereich Mode und Lederwaren um vergleichsweise geringe 46 % auf 1,77 Mrd. € zurück.
In einer Telefonkonferenz mit Analysten erklärte Finanzvorstand Jean-Jacques Guiony, das Unternehmen habe schnell reagiert und deshalb die Kosten um 29 % senken können. Er erwarte, dass die Kostenbasis weiter unter Kontrolle gehalten werden könne. An der Übernahme des Juweliers Tiffany will LMVH festhalten. Hier wartet das Unternehmen Guiony zufolge noch auf eine Reihe von Genehmigungen. Die Übernahme für rund 16,2 Mrd. US-Dollar hatte der Konzern vergangenes Jahr angekündigt.

Wertvollstes Unternehmen Europas

»LVMH hat angesichts der schweren Gesundheitskrise, die die Welt in der ersten Hälfte des Jahres 2020 erlebte, außerordentliche Widerstandskraft bewiesen«, wird Konzernchef Bernard Arnault in einer Mitteilung zitiert. Außerdem habe der Konzern seit Juni bereits »starke Anzeichen eines Aufschwungs« beobachtet. Im Schlüsselmarkt China hätten sich die Geschäfte bereits im zweiten Quartal kräftig erholt.
Mit einer Marktkapitalisierung von gut 200 Mrd. € gilt LVMH trotz der Krise immer noch als wertvollstes Unternehmen der Eurozone. LVMH-Anteilseigner und Konzernchef Bernard Arnault, der 47 % am Unternehmen hält, gehört zu den reichsten Menschen der Welt.

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