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Lenzing baut größtes Lyocell-Werk der Welt

Der oberösterreichische Faserkonzern Lenzing baut in Thailand das größte Lyocellfaser-Werk der Welt.

Um seine Führungsposition am Markt für Spezialfasern zu stärken, will Lenzing in den nächsten Jahren insgesamt mehr als 1 Mrd. € in neue Produktionsanlagen für Loycellfasern investieren. In der ersten Phase werden 400 Mio. € in eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen gesteckt. Das Projekt war lange angekündigt, nun hat der Konzern in Thailand grünes Licht für den Bau erhalten. Thailand ist für Lenzing eine Antwort auf den Handelsstreit zwischen den USA und China. Ausbaupläne in den USA hatte der Konzern im Vorjahr aus diesem Grund auf Eis gelegt. Außerdem sei die Textilindustrie »sehr asiendominiert«, wie es Lenzing-CEO Stefan Doboczky formuliert. 70 % des Faseraufkommens gehen in diesen Markt. Die Bauarbeiten in Prachinburi, etwa 150 Kilometer östlich von Bangkok, sollen im Herbst starten, die Produktion Ende 2021 aufgenommen werden. Im Laufe der nächsten Jahre will Lenzing den Standort, der ausreichend Platz für mehrere Anlagen bietet, dann weiter ausbauen.

Lenzing wird CO2-neutral

Kurz zuvor hatte Lenzing bekanntgegeben, seine CO2-Emissionen pro Tonne produzierter Faser bis 2030 um 50 % reduzieren zu wollen (im Vergleich zu 2017). Bis 2050 will der Faserhersteller netto gar kein CO2 mehr emittieren. Beschlossen wurde dafür ein Investitionsvolumen von mehr als 100 Mio. €, das in Einsparungen von Energie, in die Umstellung auf erneuerbare Energien und in neue Technologien investiert werden soll. »Damit wird die Lenzing-Gruppe die Emission von 1,3 Mio. Tonnen CO2 vermeiden. Diese Menge ist äquivalent zum CO2-Fußabdruck von über 200.000 Österreichern«, sagt Doboczky. »Mit unseren Dekarbonisierungszielen sind wir Vorreiter in der gesamten produzierenden Industrie und speziell in der Faserbranche.«

Von: Manuel Friedl