Übernahme durch OVS: Neustart für Stefanel
Übernahme durch OVS

Neustart für Stefanel

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Die Stefanel-Filiale am Graben in Wien wurde im Vorjahr nach der Insolvenz geschlossen.
Die Stefanel-Filiale am Graben in Wien wurde im Vorjahr nach der Insolvenz geschlossen.

Der Fast-Fashion-Filialist OVS, der zuletzt mit der Übernahme von Charles Vögele einen riesigen Flop hingelegt hatte, hat nun den insolventen Modehändler Stefanel übernommen. Der Neustart erfolgt mit nur 23 Filialen.

Für die italienische Modemarke Stefanel ist es der zweite Neustart nach einer Insolvenz innerhalb von nur drei Jahren. Der Insolvenzverwalter von Stefanel gab der Übernahme ebenso grünes Licht wie das Wirtschaftsministerium, berichteten italienische Medien. Damit schluckt der italienische Fast-Fashion-Filialist OVS das insolvente Modeunternehmen. OVS hatte zuletzt eine Kapitalerhöhung von 80 Mio. € zur Finanzierung von Fusionen und Akquisitionen beschlossen.
Stefanel war nach einer schweren Krise samt Insolvenz im Jahr 2017 unter Kontrolle des Private-Equity-Fonds Oxy und der britischen Finanzgruppe Attestor gekommen. Doch schon im Juni 2019 musste die Traditionsmarke abermals Insolvenz beantragen. Im April 2020 folgte die Insolvenz der österreichischen Landesgesellschaft mit damals neun Filialen.
In den 1990er-Jahren hatte der Konzern mit Sitz im norditalienischen Treviso noch 1.000 Filialen in 56 Ländern. Damals war er auch noch in einer Reihe von kleineren österreichischen Bezirksstädten vertreten. Laut Unternehmenswebsite gab es zuletzt immer noch 400 Geschäfte weltweit.

Die Pläne des neuen Eigentümers

Stefanel ist nun Teil eines der größten Modeimperien Italiens. Die Modegruppe OVS betreibt 1.750 Stores, nach eigenen Angaben liegt der Marktanteil derzeit bei 8,1 %, der Umsatz bei 1,4 Mrd. €. Die Marke Stefanel soll künftig offenbar auf Mainstream getrimmt werden. Geplant ist eine Neupositionierung mit deutlich billigeren Preisen und der Ausrichtung »easy to wear«. Übernommen wurden neben den Markenrechten und dem Archiv nur 23 Läden. Eine weitere Expansion ist jedenfalls geplant. An Mitarbeitern wird lediglich das Verkaufspersonal der übernommenen Stores sowie die Beschäftigten in der Produktentwicklung behalten.

OVS ist in Österreich vor allem als Käufer von Charles Vögele bekannt. Die Unternehmensgruppe hatte 2016 mehrere Landesgesellschaften des schweizerischen Modehändlers übernommen, darunter die österreichische. Die ehemaligen Vögele-Filialen sollten auf die beiden Konzepte OVS und Upim umgeflaggt werden, das Vorhaben blieb jedoch auf halbem Wege stecken, und schon im Juni 2018 musste die eigens gegründete Tochtergesellschaft Insolvenz anmelden. Seither ist Charles Vögele ebenso wie OVS hierzulande Geschichte.

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