Sporthandel: Wintersaison übertrifft Erwartun...
Sporthandel

Wintersaison übertrifft Erwartungen

Intersport Austria

Eine erste Zwischenbilanz von Intersport zeigt für den Wintersport-Bereich Umsätze fast auf Vor-Pandemie-Niveau. Bei den Fahrrädern kann man die hohe Nachfrage weiterhin nur schwer bedienen.

Deutlich besser als zu Saisonbeginn befürchtet, etwa von Sport 2000 oder dem Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ), verlief die nun zu Ende gehende Wintersport-Saison – zumindest für die Intersport-Händler. In einer Pressekonferenz sprach Intersport-Österreich-Geschäftsführer Thorsten Schmitz von einem »zufriedenstellenden Wintergeschäft«.

Der Bereich Tourenski wachse seit Jahren kontinuierlich, der Absatz habe sich im Vergleich zum Winter vor der Corona-Pandemie (2019/20) mehr als verdoppelt. Bei den Alpinski bewege man sich »langsam wieder in Richtung Vorkrisenniveau«, so Schmitz. »Insgesamt könnten wir im Bereich Ski sogar auf ein Pari hinsteuern«, lautet die erste Zwischenbilanz.

Bike-Boom und kein Ende

Wohl auch angesichts der heuer so gut wie ausgebliebenen Schneefälle in den Tälern und im Osten des Landes sei der Bereich Bike endgültig zum Ganzjahresgeschäft geworden – und das trotz der bekannten Probleme in den Lieferketten. Im vergangenen Geschäftsjahr (10/2020 bis 09/2021) legte Intersport im Segment Bike um 19 % zu, im Bereich der E-Bikes sogar um 32 %. Im aktuellen Geschäftsjahr liege man abermals »deutlich über dem Vorjahr«.

»Was sich am Fahrradmarkt abspielt, ist noch nie da gewesen«, erklärt Schmitz. »Wir kennen Fälle, wo 5.000 bis 6.000 Bikes so gut wie fertig in der Fabrik herumstehen, nur ein kleiner Teil fehlt und darum können sie nicht ausgeliefert werden«, erzählt Schmitz. Heuer sei es so gut wie ausgeschlossen, sein Wunschfahrrad zu bekommen. Darum beschäftige man sich schon jetzt mit den Bestellungen für 2025 und 2026.

Sport in Pandemie-Zeiten

Entgegen oft publizierter Annahmen gehörte der Sporthandel nicht zu den Gewinnern der Corona-Pandemie. Zwar gab es in einzelnen Bereichen wie bei den Fahrrädern und Trainingsgeräten Zuwächse, dafür schwächelten das so wichtige Skigeschäft und auch die Textilien. Unterm Strich lagen die Umsätze im heimischen Sportartikelhandel im Jahr 2021 gerade einmal um 0,4 % über dem Niveau des Jahres 2019.

Auch dass die Österreicher in Zeiten der Pandemie verstärkt zum Sport gefunden hätten, ist nur ein Mythos. Laut einer Umfrage von Intersport (»Intersport Sportreport«) trifft insbesondere für Frauen das Gegenteil zu. Demnach glauben 70 % der Frauen, dass sie während der Pandemie einer höheren Belastung ausgesetzt sind bzw. waren als Männer. Ein Drittel der Frauen bewegt sich laut eigener Einschätzung weniger häufig als vor Corona, gar 36 % sagen, ihr Fitnesszustand habe sich verschlechtert. Hingegen glaubt nur jede vierte Frau, sie bewege sich nun häufiger, und nur jede fünfte (20 %) schätzt ihren persönlichen Gesundheitszustand als besser ein. Und während nur 19 % der Frauen mit ihrem eigenen Körpergewicht heute zufriedener sind, zeigen sich mehr als doppelt so viele (41 %) unzufriedener mit ihrem aktuellen Gewicht (41 %).

Demzufolge sieht Intersport die weibliche Hälfte der Bevölkerung – sie stehen laut Schmitz bei Textilien für einen Umsatzanteil von etwa 50 % – als besonders interessante Zielgruppe an. Um sie verstärkt in die Geschäfte zu bekommen, arbeite man daran, mehr Fashion, Lifestyle und Femininität in die Sortimente bekommen – Das betreffe insbesondere Sportarten wie Yoga, Nordic Walking und Pilates. »Wir bewegen uns aber definitiv nicht in Richtung Streetwear oder Jeans. Sport ist und bleibt unsere Kernkompetenz«, betont Schmitz. Zusätzlich soll es verstärkt »Ladies only«-Events geben, wie etwa ein Bike-Camp in Schladming nur für Frauen.
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