Sportartikelhandel: Decathlon will 15 % Markt...
Sportartikelhandel

Decathlon will 15 % Marktanteil

Samuel Dhote/Decathlon
Decathlon Store
Decathlon Store

Im November zieht der Sportartikeldiskonter in Wien-Stadlau in den ehemaligen Sports-Direct-Store. Im Frühjahr 2021 folgt Filiale Nr. 3 in Klagenfurt.

Der französische Sportartikeldiskonter Decathlon will in den kommenden Jahren hierzulande kräftig wachsen. »Mein Ziel ist 10 bis 15 % Marktanteil in vier bis fünf Jahren«, sagte Decathlon-Österreich-Geschäftsführer Gabor Posfai im APA-Gespräch. Bis dahin ist es freilich ein langer Weg – derzeit liegt der Marktanteil noch unter 1 %.
Decathlon eröffnete im August 2018 die erste Filiale in Österreich im SCS Park in Vösendorf. Am 13. November kommt ein Standort im Gewerbepark Stadlau im Norden Wiens dazu. Dort bezieht Decathlon einen ehemaligen Standort von Sports Direct mit 2.800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Im Frühjahr 2021 folgt ein Standort in Klagenfurt, neben dem Möbelhaus Rutar.
Die Suche nach geeigneten Standorten gestaltete sich schwierig für den französischen Sporthändler. Decathlon betreibt große Standorte – die Filiale in Vösendorf hat 4.000 Quadratmeter. »Weitere Standorte wie Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck sind in Planung«, sagt Posfai. Man habe in den letzten Monaten viele Verhandlungen bezüglich neuer Standorte geführt.
Mitbewerber XXL Sports aus Norwegen startete 2017 in Österreich und betreibt bereits sieben Filialen.

Vorjahresumsatz bereits erreicht

Der Sporthändler erzielte heuer bisher rund 15 Mio. € Umsatz hierzulande. In der Vösendorfer Filiale sind die Erlöse im laufenden Jahr trotz des sechswöchigen Shutdowns im März und April bisher um 12 % gestiegen. Im Onlinegeschäft haben sich die Umsätze sogar verdoppelt. Der E-Commerce steht nun bereits für 40 % des Gesamtumsatzes in Österreich. Bis Ende des Jahres erwartet Posfai einen Gesamtumsatz von 20 Mio. €. Im nächsten Jahr sollen die Erlöse mit den beiden neuen Filialen verdoppelt werden.
Besonders gut haben sich bei Decathlon in Österreich seit Beginn der Coronakrise Fahrräder, Fitnessgeräte, Stand-Up-Paddling-Boards, Tischtennistische und Wanderausrüstung verkauft.

Heiß umkämpfter Markt

Österreichs Sportartikelmarkt ist heiß umkämpft. Neben Intersport, Sport 2000, Hervis und Sports Direct gibt es auch zahlreiche kleine Fachhändler. Decathlon will vor allem mit einer großen Auswahl von Eigenmarkenprodukten bei preisbewussten Kunden punkten. Vom Geschäftsmodell vergleicht sich der französische Sporthändler gerne mit Ikea. Im Ski-, Lauf- und Fußballsegment will man die Österreicher aber auch mit beliebten Fremdmarken in die Filialen locken.
Der Decathlon-Österreich-Chef erwartet, dass es in den kommenden Jahren im heimischen Sporthandel zu einer Konsolidierung kommen wird. Einige Händler werden expandieren, andere werden Filialen schließen. »Online wird das Erfolgsrezept sein«, glaubt Posfai.
Decathlon wurde im Jahr 1976 gegründet und ist mit einem globalen Umsatz von 12 Mrd. € sowie rund 80.000 Mitarbeitern einer der größten Sportartikelhändler der Welt. Der Diskonter betreibt mehr als 1.650 Filialen in 56 Ländern.
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