Quartalszahlen : Ukraine-Krieg kostet H&M 5 %...
Quartalszahlen

Ukraine-Krieg kostet H&M 5 % des Umsatzes

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Im ersten Quartal lief das Geschäft von H&M aufgrund der Pandemie noch etwas schaumgebremst. Im März spürte man dann deutlich die Auswirkungen des Russland-Boykotts.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (1. Dez. bis 28. Feb.) hat H&M seinen Umsatz im Jahresvergleich zwar um 18 % auf umgerechnet 4,6 Mrd. € gesteigert. Der Umsatz des letzten Vorkrisenjahres (2019/20) wurde jedoch um 10,5 % klar verfehlt. Noch deutlicher zeigen sich die anhaltenden Probleme beim Ergebnis: Zwar steht anders als im Vorjahr, als unterm Strich ein Verlust von umgerechnet 101 Mio. € erzielt wurde, wieder ein kleiner Gewinn in Höhe von 20,5 Mio. € in der Quartalsbilanz. Das ist jedoch nicht viel mehr als ein Zehntel jenes Nettogewinns, der vor Ausbruch der Corona-Pandemie erzielt worden war.

Corona, Investitionen und Preissteigerungen

Zwar seien die Kollektionen gut angekommen und die Abschriften gesunken, gleichzeitig habe die Omikron-Welle viele der Hauptmärkte stark getroffen, teilt H&M mit. Temporäre Store-Schließungen und sonstige Verkaufsrestriktionen waren die Folge. Da diese im Vergleichszeitraum 2020/21 noch jedoch deutlich stärker ausgefallen waren, konnten sich diesmal die Umsätze in den physischen Stores überproportional gut entwickeln (+ 32 %), während die Online-Umsätze sogar leicht zurückgingen.

Ergebnisseitig hätten Investitionen in Technologie und Logistik den Gewinn gedrückt, ebenso hätten sich gestiegene Fracht- und Rohstoffkosten bereits bemerkbar gemacht. Ein Effekt, der sich im 2. Quartal nochmals verstärken werde, wie H&M ankündigt.

Die Folgen des Ukraine-Kriegs

Die ebenfalls vorgelegten Zahlen für den Monat März zeigen wiederum die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Am 3. März hatte H&M als einer der ersten internationalen Konzerne mitgeteilt, vorläufig alle Geschäfte in Russland zu schließen. Jene in der Ukraine waren schon vorher kriegsbedingt geschlossen, die in Weißrussland folgten. Insgesamt sind deshalb nun 185 Stores sowie der russische Online-Shop zu.

Wie H&M nun mitteilt, konnte im März (bis inkl. 28. März) ein Umsatzwachstum von 6 % gegenüber 2021 erzielt werden. Außerhalb der Märkte Ukraine, Russland und Belarus sei das Wachstum hingegen bei 11 % gelegen. Pandemiebedingt mussten zum Stichtag 30. März außerdem weitere 42 Geschäfte geschlossen halten – was bei einer Gesamtzahl von aktuell 4.721 Stores jedoch nicht mehr sonderlich ins Gewicht fällt.
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