Online-Boom: Wieder Rekordzahlen für Zalando
Online-Boom

Wieder Rekordzahlen für Zalando

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Im März präsentierte der Zalando-Vorstand die Jahresergebnisse für 2020 (Bild), nun gibt es schon wieder neue Rekordzahlen.
Im März präsentierte der Zalando-Vorstand die Jahresergebnisse für 2020 (Bild), nun gibt es schon wieder neue Rekordzahlen.

Um fast 50 % hat Europas größter Online-Modehändler seine Umsätze im ersten Quartal gesteigert. Die Vorstände freuen sich indes über zweistellige Millionen-Boni.

Europas größter Online-Modehändler Zalando profitiert weiter enorm von der Coronakrise. »Zalando hat im ersten Quartal 2021 sein bisher stärkstes Wachstum seit dem Börsengang 2014 erzielt«, sagte Finanzvorstand David Schröder. Von Jänner bis März legte der Umsatz um fast 47 % auf 2,2 Mrd. € zu. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) betrug 93,3 Mio. € nach einem Verlust von fast 100 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Zalando kam dabei u. a. zu Gute, dass weniger Kunden ihre Waren retournierten.

Inzwischen zählt Zalando 41,8 Millionen Kunden - vor Beginn der Pandemie waren es 31 Millionen. Zalando profitiert ähnlich wie die Konkurrenten AboutYou aus Hamburg sowie Asos und Boohoo aus Großbritannien davon, dass immer mehr Menschen auch aufgrund der Lockdowns ihre Kleidung online kaufen. Zudem zahlt sich aus, dass die europäische Nummer eins sich stärker als Plattform-Anbieter etabliert, über den andere Händler, Modemarken oder stationäre Geschäfte ihre Waren verkaufen und dafür wie auch für Logistik-Dienstleistungen Provisionen an Zalando zahlen.

Prognose angehoben

Aufgrund des außergewöhnlich starken und profitablen Wachstums im ersten Quartal hebt der deutsche Online-Modehändler die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2021 an. Schließlich sei auch das zweite Quartal sehr gut gestartet, und auch der Ausblick für das zweite Halbjahr bleibe stabil, teilt das Unternehmen mit.

Zalando erwartet für 2021 nunmehr ein Umsatzwachstum von 26 bis 31 % auf 10,1 bis 10,5 Mrd. € und ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 400 bis 475 Mio. €. Bisher waren maximal 425 Mio. Euro prognostiziert worden. Beim verkauften Bruttowarenvolumens (GMV), das auch die Plattform-Umsätze umfasst, will sich Zalando heuer von 10,7 Mrd. auf 14 Mrd. € steigern. Bis 2025 soll diese Kennziffer auf mehr als 30 Mrd. Euro klettern.

Expansion in neue Länder

Aktuell ist der Modehändler, der inzwischen auch Second-Hand-Mode und Kosmetik verkauft, mit rund 14.000 Mitarbeitern in 17 Ländern aktiv. Das weitere Wachstum soll sich auch aus der Expansion in acht neue Länder speisen. So will Zalando noch in diesem Jahr sein Geschäftsgebiet um Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Slowakei und Slowenien ausweiten.

Um das zu bewältigen, wird das bestehende Logistiknetzwerk auf 15 von derzeit zehn Zentren ausgebaut werden. Neue Lager in Madrid und Rotterdam gehen in Kürze an den Start, bis 2023 sollen zudem neue Zentren in Deutschland, Frankreich und Polen eröffnet werden. Mit diesem Logistiknetzwerk könnten dann Waren im Umfang eines Bruttowarenvolumens (GMV) von 18 Mrd. Euro abgewickelt werden, sagte Finanzchef David Schröder.

Hohe Bonuszahlungen

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, bekamen die Vorstände von Zalando für die glänzende Vorjahresperformance jüngst hohe Boni in Form von Aktienpaketen. Allein der scheidende Co-Chef Rubin Ritter erhielt insgesamt 53,3 Mio. €. Die beiden Gründer und Co-Chefs Robert Gentz und David Schneider erhielten jeweils 40,5 Mio. €. Dabei ist das Grundgehalt der drei mit jährlich 65.000 € vergleichsweise gering. Basis für die Boni ist die Entwicklung des Aktienkurses – und dieser hat sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 beinahe vervierfacht.

Andere Vorstände, die noch nicht so lange bei Zalando arbeiten, erhalten der FAZ zufolge niedrigere Boni. Finanzchef David Schröder habe demnach 12 Mio. € erhalten, Produkt- und Operativchef Jim Freeman 11,4 Mio. €.

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