Jeder vierte Standort fällt weg: Tally Weijl ...
Jeder vierte Standort fällt weg

Tally Weijl ist gerettet

Tally Weijl
Trotz harter Einschnitte: Tally Weijl hat Grund zum Feiern
Trotz harter Einschnitte: Tally Weijl hat Grund zum Feiern

Der Young-Fashion-Anbieter hat neue Investoren gefunden und bekommt deshalb auch die beantragten Corona-Hilfskredite. Doch 200 der europaweit 800 Standorte müssen geschlossen werden.

Die Zukunft der Schweizer Modekette Tally Weijl ist gesichert. Die auf Mode für junge Frauen spezialisierte Kette ist bereits vor dem Corona-Lockdown in einen finanziellen Engpass geschlittert. Die Coronakrise traf das Unternehmen mitten im Umbau. Über Wochen war nicht sicher, ob Tally Weijl weiterbestehen kann. Voraussetzung dafür, die dringend benötigten Covid-19-Kredite der Schweizer Bundesregierung zu erhalten, war frisches Kapital von Investoren. Dieses wurde nun nach wochenlangen Verhandlungen bereitgestellt.

Kapitalerhöhung fixiert

Laut Mitteilung vom Montag kann Tally Weijl seine Eigenkapitaldecke mit insgesamt 27 Mio. Franken (rund 25 Mio. €) deutlich stärken. Rund 17 Millionen davon fließen der Firma vonseiten nicht näher genannter neuer Investoren zu. Bei den restlichen rund 10 Millionen handelt es sich um die Umwandlung von Darlehen in Aktien.
Damit kann Tally Weijl den Angaben zufolge zusätzlich auf Corona-Kredite im Umfang von 24,7 Mio. Franken zählen. Bei diesen Krediten bürgt der Staat mit bis zu 85 %, das Restrisiko tragen die Banken.
»Mit der Kapitalerhöhung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, unseren 2018 mit einer grundlegenden Neupositionierung begonnenen Wandel in ein modernes eTailer-Unternehmen mit Online-Kompetenz erfolgreich zu Ende führen zu können«, wird Beat Grüring, Mitbegründer und CEO von Tally Weijl, in der Mitteilung zitiert.

Tiefe Einschnitte

Die Einschnitte dieses Umbaus sind tiefgreifend. Laut Grüring sollen rund 200 der heute europaweit über 800 Geschäfte geschlossen werden. Aus Bulgarien zieht sich das Unternehmen ganz zurück, in Kroatien und Serbien würden die Stores an Franchisenehmer abgetreten. Auch in der Schweiz werden 5 bis 10 der insgesamt 81 Geschäfte verschwinden. Das Ziel sei es, nur jene Geschäfte weiter zu betreiben, die zur neuen Omnichannel-Strategie passen und wo man sich mit den Eigentümern auf faire Mietkonditionen einigen könne.
Wie viele Standorte in Österreich geschlossen werden, ist noch nicht bekannt. Derzeit betreibt Tally Weijl hierzulande neun Stores selbst, rund 30 werden von Franchisenehmern geführt.

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