Jahresbilanz der Statistik Austria: Modemarkt...
Jahresbilanz der Statistik Austria

Modemarkt verliert 2020 ein Viertel seines Umsatzes

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Klopapier statt Modekauf war 2020 angesagt.
Klopapier statt Modekauf war 2020 angesagt.

Als Modehändler mag man es kaum glauben: 2020 war für den Einzelhandel kein schlechtes Jahr. Insgesamt stiegen die Branchenumsätze trotz Corona leicht an. Doch die Branche ist gespalten wie nie zuvor.

Die österreichischen Einzelhandelsunternehmen (ohne Kfz-Handel und ohne Tankstellen) erzielten im Jahr 2020 laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria eine nominelle Umsatzsteigerung von 1,7 %. Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung wurde ein Zuwachs im Absatzvolumen von 0,7 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Doch wie selten zuvor hat dieser Durchschnittswert im Ausnahmenjahr 2020 kaum Aussagekraft: »Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben den Einzelhandel im Jahr 2020 sehr unterschiedlich getroffen«, erklärt Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria. »Während der Lebensmittelhandel ein Umsatzplus von 8,9 % verbuchen konnte, musste der Handel abseits der Grundversorgung ein Minus von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Besonders hart haben die vorübergehenden Geschäftsschließungen den Handel mit Bekleidung und Schuhen getroffen: Hier gingen die Umsätze mit - 23,7 % kräftig zurück.« Damit war der Modehandel klar das Schlusslicht im Branchenvergleich. Ebenso gab es einen klaren Gewinner: den Versand- und Internethandel mit einem Wachstum um 17,4 %. Dabei handelt es sich lediglich um die ausschließlich im Distanzhandel tätigen Unternehmen. Der E-Commerce-Umsatz von Modehandelsunternehmen, die neben dem Filialgeschäft auch online verkaufen, ist in den Zahlen der Branche »Bekleidung, Schuhe« mit eingerechnet. Ebenfalls zu den Gewinnern zählte der Handel mit Möbeln, Heimwerkerbedarf und Elektrowaren mit einem Plus von 4,9 %.

73 Einkaufstage fehlten

Das Jahr 2020 wies zwar mit 303 Verkaufstagen theoretisch einen Einkaufstag mehr auf als 2019, branchenabhängig verringerte sich die Zahl der Verkaufstage jedoch aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie um bis zu 73 Einkaufstage.

Datengrundlage für die Zahlen der Statistik Austria sind die Umsatzsteuervoranmeldungen der Unternehmen.

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