Jahresbilanz 2020/21: H&M will Umsatz bis 203...
Jahresbilanz 2020/21

H&M will Umsatz bis 2030 verdoppeln

H&M/David Thunander
H&M-Store in Stockholm
H&M-Store in Stockholm

Der einstige Branchenführer wurde zuletzt deutlich von Inditex abgehängt. Nun verpasst man sich neue Ziele. Der Umsatz soll verdoppelt, der CO2-Fußabdruck halbiert werden und die Marge soll wieder frühere Höhen erreichen.

Die schwedische Modekette H&M hat sich mit Blick auf das erwartete Abebben der Coronapandemie ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre gesetzt: Bis spätestens 2030 soll der Umsatz im Vergleich zu 2021 verdoppelt werden. Getragen werden soll das Wachstum durch den Ausbau des Onlinegeschäfts sowie den Eintritt in neue Märkte. Schon heuer will H&M Läden in sechs neuen Ländern eröffnen, etwa im Kosovo, in Nord-Mazedonien und in Ecuador.


Gleichzeitig will die Gruppe ihre CO2-Bilanz deutlich verbessern: Bis 2030 soll der CO2-Fußabdruck im Vergleich zu 2019 halbiert werden. Um all diese Ziele zu erreichen, verdoppelt H&M seine Investitionen auf heuer 10 Mrd. Schwedische Kronen (957 Mio. €).

Geschäftsjahr 2020/21

Das Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende November) wurde wie berichtet mit einem Umsatzplus von 6 % (lokale Währungen: + 12 %) auf 199 Mrd. Kronen (18,9 Mrd. €) abgeschlossen. Damit liegt man freilich noch um Längen hinter dem Wert des Vorkrisenjahres 2018/19, als ein Umsatz von 232,8 Mrd. € zu Buche stand. Der Online-Umsatz legte trotz hoher Vorlage abermals um 24 % (lokale Währungen: + 30 %) zu und steht damit nunmehr für 32 % des Gesamtumsatzes der Gruppe. Nicht mehr veröffentlicht werden die Umsätze einzelner Länder. Für das Österreich-Geschäft von H&M liegen somit keine Zahlen vor.

Deutliche Fortschritte haben die Schweden bei der Profitabilität gemacht: Das Jahresergebnis hat sich auf 11 Mrd. Kronen fast verneunfacht. Zum Vergleich: 2018/19, also vor der Pandemie, lag der Jahresgewinn bei 13,4 Mrd. Kronen. Die operative Marge lag mit 7,7 % bereits wieder über jener von 2018/19 (7,5 %) und 2017/18 (7,4 %). Geht es nach CEO Helena Helmersson, soll die Marge spätestens 2023/24 wieder im zweistelligen Bereich liegen – und das dauerhaft.

Besonders gut lief es im letzten Quartal. »Wir haben das Jahr stark abgeschlossen, mit Umsätzen wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Pandemie und mit einer Rentabilität, die so gut ist wie seit mehreren Jahren nicht mehr«, sagt CEO Helena Helmersson. »Jetzt, da wir uns wieder in einer normalisierten Situation mit einer starken Finanzlage und guter Rentabilität befinden, können wir uns wieder voll und ganz auf Wachstum konzentrieren.«

217 Stores weniger

Wobei Wachstum nicht gleich stationäre Expansion heißt – im Gegenteil: Das schon seit einigen Jahren laufende Schließungsprogramm wird fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2021 eröffnete die H&M-Gruppe 104 neue Geschäfte und schloss dafür 321 bestehende, was zu einem Nettorückgang von 217 Geschäften führte. Im Jahr davor wurden netto 58 Stores geschlossen. Und für 2022 ist geplant, rund 120 neue Filialen zu eröffnen und etwa 240 Filialen zu schließen. »Die meisten Eröffnungen werden in Wachstumsmärkten stattfinden, während die Schließungen hauptsächlich in etablierten Märkten erfolgen werden«, teilt H&M mit. Zum Bilanzstichtag betrieb die Gruppe weltweit 4.801 Geschäfte, davon 4.242 unter der Hauptmarke H&M. Ansonsten bringt es nur die Tochter COS mit 275 Standorten (- 16) auf eine dreistellige Anzahl an Filialen.

Neues Geschäftsjahr hat gut begonnen

Für die ersten beiden Monate des seit Dezember laufenden Geschäftsjahres 2021/22 erwartet H&M einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 20 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser war jedoch noch stärker von der Pandemie und den behördlich verfügten Ladenschließungen geprägt.

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