Insolvenz: Bonita schließt jede dritte Filial...
Insolvenz

Bonita schließt jede dritte Filiale

Tom Tailor Group
Bonita Store in Hamminkeln, Deutschland
Bonita Store in Hamminkeln, Deutschland

In Hamburg läuft seit September das Konkursverfahren über den Damenmodehändler. Nun sollen 200 der bisher 600 Filialen geschlossen werden.

Am Handelsgericht Wien ist am Mittwoch die Eröffnung eines ausländischen Insolvenzverfahrens mit Eigenverwaltung über den deutschen Damenmodehändler Bonita GmbH offiziell bekannt gemacht worden. Damit werden etwaige Gläubiger in Österreich informiert, dass sie ihre Forderungen anmelden können, teilte der Alpenländische Kreditorenverband mit. Das Insolvenzverfahren selbst läuft am Amtsgericht Hamburg. Bonita hat in Österreich rund 75 Filialen.
Das Unternehmen hat mit der Bonita Österreich Handels GmbH mit Sitz in Salzburg zwar eine Niederlassung in Österreich, diese ist aber vorwiegend mit der Vermietung und Verpachtung der heimischen Filialen beschäftigt. Geführt werden die österreichischen Läden vom Stammhaus in Deutschland. Über dieses ist Anfang September ein Insolvenzverfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet worden.

Filialschließungen

Im Zuge der Sanierung sollen rund 200 der bisher 600 Bonita-Niederlassungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in den Niederlanden und Belgien geschlossen werden. Auch von der Streichung mehrerer hundert Stellen war in Medienberichten die Rede. Bonita selbst wollte zwar die Schließung unprofitabler Filialen grundsätzlich bestätigen, sich jedoch noch auf keine Zahl festlegen. Es werde um jede Filiale und jeden Arbeitsplatz gekämpft, heißt es.
Parallel dürften auch Gespräche mit potenziellen Investoren laufen. Zuletzt hatte sich herauskristallisiert, dass auch nicht alle Bonita-Filialen in Österreich erhalten werden können. Zuletzt wurden etwa Schließungen u. a. in Villach (Hauptplatz) und Klagenfurt (Südpark).

Marke Tom Tailor nicht betroffen

Die Bonita GmbH ist ein Tochterunternehmen des Hamburger Modekonzerns Tom Tailor Holding SE. Die drohende Zahlungsunfähigkeit hatte auch die Mutter gefährdet und im Juni zu einem Insolvenzantrag der Holding geführt. Die zweite Konzerntochter, die operative Tom Tailor GmbH, wurde mittlerweile von der Holding an den chinesischen Fosun-Konzern verkauft.

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