Immobilien: »Weitere Welle von Mietverhandlun...
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»Weitere Welle von Mietverhandlungen«

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Bei Otto Immobilien befürchtet man aufgrund des Lockdowns tausende Geschäftsschließungen. Besitzer von Ladenlokalen müssten deshalb künftig mit geringeren Mieten leben.

Mit dem zweiten Lockdown wird sich die Situation für viele Händler noch einmal deutlich verschlechtern, sodass in naher Zukunft tausende Geschäfte in ganz Österreich schließen könnten«, befürchtet Patrick Homm, Retail-Experte bei Otto Immobilien. Schon der erste Lockdown im Frühjahr habe dem stationären Handel täglich 140 Mio. € (brutto) an Umsatz gekostet, heißt es im soeben erschienenen Retail-Marktbericht von Otto Immobilien. Massive Verluste hätten vor allem die Branchen Bekleidung, Schuh, Leder und Elektronik sowie die Geschäfte in den Tourismus-Hotspots erlitten. Für die Vermieter von Shop-Flächen wird der monatliche Verlust auf etwa 200 Mio. € (Miete und Betriebskosten) geschätzt, berichtet Otto Immobilien unter Verweis auf Daten von RegioPlan.
»Die Folgen des ersten Lockdowns wurden durch diverse Unterstützungen und Stundungsmaßnahmen lediglich aufgeschoben und werden wahrscheinlich erst im ersten Halbjahr 2021 schlagend werden«, erwartet Homm. Jetzt seien »individuelle Unterstützungsmaßnahmen dringend notwendig, um die betroffenen Branchen und Betreiber liquide zu halten und somit deren Zukunft zu retten«.

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Für die Immobilien-Eigentümer sei bei Retail-Objekten mit deutlich längeren Vermarktungszeiten zu rechnen. Kreative Ansätze seien dringend gefragt, um Flächen auch nachhaltig vermieten zu können. »In naher Zukunft wird es außerdem notwendig sein, die Innenstädte und deren Handelszonen neu zu ,erfinden‘ – dabei müssen vor allem Politik, Vermieter und Mieter gemeinsam an der Weiterentwicklung des Handels arbeiten«, betont Anthony Crow, Teamleiter Retail bei Otto Immobilien.
Das im Retailbereich umgesetzte Investmentvolumen lag heuer in den ersten drei Quartalen bei 265 Mio. € und somit 31 % unter dem Vorjahresniveau. Fast alle Verkäufe fanden in der ersten Jahreshälfte statt und wurden noch vor dem Ausbruch der Pandemie angebahnt, berichtet Christoph Lukaschek, Leiter Investment bei Otto Immobilien. »Aus Angst vor dem neuerlichen Lockdown und durch die komplett neue Marktsituation droht eine weitere Welle von Mietverhandlungen, die sich auch stark auf den Investmentmarkt auswirkt«, so Lukaschek.
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