Handelsverband: Juni-Umsätze ein Viertel unte...
Handelsverband

Juni-Umsätze ein Viertel unter Vorjahresniveau

Der Weg aus dem Corona-Krisenmodus zurück zur Normalität ist steinig. Besonders im Modehandel liegen die Umsätze noch weit unter Normalniveau.

In einer aktuellen Blitzumfrage des Handelsverbands unter 140 Handelsunternehmen geben immer noch fast 80 % der Befragten an, dass sich die Covid-19 Pandemie negativ auf ihren Umsatz im stationären Handel auswirkt. Im Juni verzeichnen die österreichischen Händler im Schnitt Umsatzverluste von 25 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch die Kundenfrequenz liegt mit durchschnittlich - 28 % mehr als ein Viertel unter dem Niveau von 2019. 27 % der Händler nehmen daher aktuell die Corona-Kurzarbeit für zumindest einen Teil ihrer Belegschaft in Anspruch, jeder zehnte Betrieb musste bereits Mitarbeiter freistellen. Weitere 14 % haben geplant, in den nächsten zwölf Monaten Stellen zu streichen.

„Die Bewertung der Corona-Hilfspakete durch die Modehändler zeigt, dass es Sonderlösungen braucht. Die Liquiditätssituation spitzt sich weiter zu.“
Rainer Will, Geschäftsführer Handelsverband

Modehandel besonders unter Druck

Weiterhin besonders stark unter Druck stehen die Modehändler, die im Juni einen Umsatz- und Frequenzrückgang von jeweils 40 % verkraften müssen. In dieser Branche musste bereits jeder fünfte Betrieb Mitarbeiter kündigen, mehr als ein Viertel wird in den kommenden zwölf Monaten noch Stellen streichen. » Die Bewertung der Corona-Hilfspakete durch die Modehändler zeigt, dass es Sonderlösungen, wie auch in anderen besonders betroffenen Branchen, braucht. Die Liquiditätssituation wird sich durch das erwartbare Sommerloch und den saisonalen Wareneinkauf, der bevorsteht, weiter zuspitzen, sofern die Auszahlung der doppelten Gehälter überhaupt gestemmt werden kann«, sagt Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will.

Staatliche Hilfe kommt vermehrt an

Mittlerweile haben bereits mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen um finanzielle Hilfen aus dem Corona-Rettungsschirm angesucht bzw. planen, dies noch zu tun. Das gilt insbesondere für die Kurzarbeit, bei der immerhin 43 % der Händler inzwischen zumindest teilweise Auszahlungen erhalten haben. Positiv bewertet werden vor allem die Steuerstundungen, die von rund einem Drittel der Händler beansprucht wurden. Verbesserungsbedarf orten die befragten Handelsunternehmen weiterhin beim Härtefall-Fonds für EPU/KMU, sowie beim Fixkostenzuschuss (Corona-Hilfsfonds).

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