Fixkostenzuschuss: Klarstellung zur saisonale...
Fixkostenzuschuss

Klarstellung zur saisonalen Ware

Manuel Friedl

Nun sind die Details da: Der Fixkostenzuschuss im Rahmen des Corona-Hilfs-Fonds gilt auch für saisonale Modeartikel. Ab 19. August können Anträge gestellt werden.

Schon bei der Präsentation des staatlichen Fixkostenzuschusses im Rahmen des Corona-Hilfs-Fonds Anfang April wurde klargestellt, dass auch Modehändler die Möglichkeit bekommen sollen, saisonale Ware, die wegen der Corona-Schließungen nicht verkauft werden konnte, zumindest teilweise ersetzt zu bekommen. Nun liegt endlich das Regelwerk vor, wie Saison-Ware zu bewerten ist. Die Lösung wurde federführend vom Wirtschaftskammer-Gremium Mode und Freizeitartikel erarbeitet. Ab 19. August können bei der COFAG Anträge gestellt werden – allerdings nur über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter.
Die oberste Branchenvertreterin Jutta Pemsel, die gemeinsam mit ihrem designierten Nachfolger Günther Rossmanith, dem nunmehrigen Handelsobmann Rainer Trefelik, dem Tiroler Modehändler Wolfgang Feucht und Gremialgeschäftsführer Harald Sippl den engsten Verhandlungskreis bildete, zeigt sich mit dem erreichten Ergebnis zufrieden. »Wir sind erleichtert, dass jetzt endlich Klarheit herrscht«, so Pemsel zur ÖTZ.

Voraussetzung 50-%-Abverkauf

Um den Fixkostenzuschuss generell beanspruchen zu können, muss innerhalb eines Betrachtungszeitraums ab 16. März ein Umsatzminus von zumindest 40 % vorliegen. Die höchste Ersatzrate von 75 % erhalten Unternehmen, wenn das Umsatzminus bei 80 % oder mehr liegt. Dementsprechend ist es naheliegend, das erste oder die ersten zwei Monate ab Geschäftsschließung (also bis 15. April oder 15. Mai) heranzuziehen. Für diesen Zeitraum werden erstens die tatsächlich angefallenen Fixkosten wie Miete, Strom, Versicherungen, Telekom-Entgelte etc. vergütet. Zweitens können auch die nicht verkauften Frühjahrs-/Sommer-Sortimente als Fixkosten retrograd angesetzt werden. Zur Abrechnung dieser ist jedoch ein anderer Stichtag heranzuziehen, nämlich das Ende der F/S-Saison, also z. B. der 31. Juli.
Voraussetzung ist, dass die Ware aufgrund der Schließungen sowie der anschließenden Kaufzurückhaltung mindestens 50 % ihres Werts verloren hat und dieser Wertverlust über einen Ausverkauf nachweislich dokumentiert wird. »Empfohlen wird, dass der Ausverkauf mit einer Rabattierung von jedenfalls (mindestens) 50 % über einen längeren Zeitraum und nicht nur kurzfristig (z. B. wenige Tage) durchgeführt wird«, heißt es entsprechend in der Handlungsanleitung der Wirtschaftskammer. Dies kann z. B. durch die Vorlage von Werbemitteln oder Fotos nachgewiesen werden.

Basis Einkaufspreise

Was an F/S-Ware auch nach diesem Abverkauf nicht verkauft werden konnte, kann nun zum Fixkostenzuschuss eingereicht werden, und zwar zu Einkaufspreisen abzüglich des tatsächlich noch zu erwartenden Verkaufserlöses. »Der Fixkostenzuschuss für saisonale Ware dient dazu, den Wertverlust durch die Entmodung abzufedern. Allfällige Erlöse, welche nach dem Stichtag erzielt werden, müssen bei der Beantragung der nächsten Auszahlungstranche gegengerechnet werden«, erklärt Jutta Pemsel. Es ist somit nicht empfehlenswert, alle unverkauften Wareneingänge von F/S 2020 in den Antrag aufzunehmen, sondern nur solche Teile, für die tatsächlich keine oder nur noch sehr geringe Erlöse zu erwarten sind. Ebenso muss es sich selbstverständlich um nicht beim Lieferanten retournierbare Ware handeln, auch NOS-Ware ist ausgeschlossen.

Gilt auch für Herbst-/Winter-Ware

Von der Lösung umfasst ist auch Ware für H/W 2020/21, die vor dem 16. März – noch unter Annahme anderer Umsatzerwartungen – fix bestellt wurde und die selbst im Ausverkauf der Herbst/Winter-Saison nicht verkauft wird. Zwischenzeitlich sollte man sich allerdings laut Wirtschaftskammer unbedingt um eine Reduktion der Einkaufsmenge bemühen. Ansonsten läuft die Beantragung des Fixkostenzuschusses für H/W 20/21 genauso wie für die Saison F/S 20: Mit einem vom Händler zu wählenden Stichtag, z. B. dem 31. Jänner 2021, wird die unverkaufte Saisonware festgestellt und im Anschluss der Antrag für die Auszahlung einer weiteren Fixkostentranche gestellt. Entscheidend für die Höhe der Ersatzleistung ist abermals der Umsatzrückgang im ursprünglich angegebenen Betrachtungszeitraum beginnend mit 16. März.

Alle Details finden Sie unter:
https://www.wko.at/branchen/handel/mode-freizeitartikel/wertverlust-saisonaler-waren-fixkostenzuschuss.html

https://www.wko.at/branchen/handel/mode-freizeitartikel/info-wertverlust-saisonaler-waren.pdf

https://www.fixkostenzuschuss.at/

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