Erstes Quartal 2022: Amazon büßt Handelsumsat...
Erstes Quartal 2022

Amazon büßt Handelsumsatz ein

Ein Zeichen für die verstärkte Rückkehr der Konsumenten in die Geschäfte? Jedenfalls hat Marktführer Amazon im 1. Quartal 2022 ein rückläufiges Geschäft im Onlinehandel verzeichnet. Die hohen Kosten verursachen einen Milliardenverlust.

Bei Amazon laufen die Geschäfte überraschend schlecht – zusätzlich belasteten hohe Kosten den weltgrößten Online-Händler zu Jahresbeginn. Der globale Umsatz legte um 7 % auf 116,4 Mrd. Dollar zu – damit verzeichnete Amazon das schwächste Wachstum seit der sogenannten Dotcom-Krise vor zwei Jahrzehnten. Die eigenen E-Commerce-Umsätze gingen sogar um 3 % auf 51,1 Mrd. Dollar zurück. Bereits im 4. Quartal 2021 hatte es im Kerngeschäft Online-Retail ein Umsatzminus gegeben.
Um 7 % zulegen konnten hingegen die Umsätze aus dem Marktplatzgeschäft, während das Cloud-Geschäft Amazon Web Services um 37 % wuchs. Auch der stationäre Handel von Amazon – hauptsächlich Lebensmittel – wuchs um 17 %.


Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten zu »ungewöhnlichen Herausforderungen« geführt, erklärte Amazon-Vorstandschef Andy Jassy. Angesichts des engen US-Arbeitsmarkts sowie weltweiter Lieferketten- und Logistikprobleme steigen die Ausgaben des Unternehmens stärker als die Erlöse. Amazon stemmte sich im Auftaktquartal mit Preisanhebungen seiner »Prime«-Mitgliedschaft und höheren Gebühren für Händler gegen den Inflationsdruck. Das konnte die Bilanz aber nicht retten.

Jahresverlust möglich

Anleger reagierten schockiert und ließen Amazons Aktien zeitweise um rund 10 % fallen. Der Kurs steuert auf den tiefsten Stand seit Mitte 2020 zu. Auch die Geschäftsprognose für das laufende Quartal fiel enttäuschend aus. Amazon stellte Erlöse zwischen 116 Mrd. und 121 Mrd. Dollar in Aussicht, was einem Zuwachs zwischen 3 und 7 % im Jahresvergleich entsprechen würde. Amazon rechnet mit einem Betriebsergebnis zwischen minus einer und plus drei Mrd. Dollar – es könnte also durchaus rote Zahlen geben.

Handelsgeschäft als Verlustbringer

Unterm Strich erlitt der Konzern bereits im ersten Quartal einen Verlust von 3,8 Mrd. Dollar. Das lag aber vor allem an einer 7,6 Mrd. Dollar schweren Wertkorrektur von Amazons Beteiligung am US-Elektroautobauer Rivian. Das brockte Amazon den ersten Netto-Quartalsverlust seit 2015 ein. Vor einem Jahr hatte der von der Pandemie entfachte E-Commerce-Boom dem Unternehmen noch einen Überschuss von 8,1 Milliarden Dollar beschert. Der Betriebsgewinn brach im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 58 % auf 3,7 Mrd. Dollar (3,5 Mrd. €) ein, wie der Konzern mitteilte. Davon entfielen ganze 6,5 Mrd. Dollar auf die Amazon Web Service. Das Handelsgeschäft ist somit ein klarer Verlustbringer.

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