Einkaufszentren : Europark-Erweiterung nicht ...
Einkaufszentren

Europark-Erweiterung nicht vor 2023

Eva Trifft
Europark Salzburg
Europark Salzburg

Eine Erweiterung des Einkaufszentrums Europark wird es in den nächsten zwei Jahren nicht geben. Die Grünen in der Salzburger Landesregierung werden entsprechenden Plänen nicht zustimmen.

Der seit zehn Jahren geplante Ausbau des Einkaufszentrums Europark in der Stadt Salzburg ist wohl erneut vom Tisch. Die Grünen haben ihr Nein zur Erweiterung noch einmal bekräftigt und eine rote Linie gezogen. Ihr Veto hat Gewicht: Denn die Entscheidung muss – wie alle Beschlüsse in der Landesregierung – einstimmig erfolgen.

Betroffen vom strikten "Njet" der Grünen ist auch eine Standortverordnung für das ehemalige Baumax-Areal beim Airport-Center in Wals-Siezenheim, dass der Versicherung Wiener Städtische gehört. »Geschäftsschließungen, Arbeitsplatzverluste und Leerstände wären die Folge eines Ausbaus von Europark und Airport-Center. Also eine Verödung der kleinen Ortszentren, wie wir sie aus zahlreichen Gegenden in Österreich kennen«, teilte Josef Scheinast, Wirtschaftssprecher der Grünen im Salzburger Landtag, mit. »In den letzten Jahren wurden immer mehr kleine Geschäfte zugunsten der Großfläche verdrängt«"

Spar-Gutachten für Grüne »veraltet«

Die Grünen – schon die frühere LHStv. Astrid Rössler hatte 2015 Ausbauplänen des Europarks eine Absage erteilt und damals auch den Koalitionspartner ÖVP überzeugt – befürchten einen enormen Kaufkraftabfluss, der weit über die Stadtgrenzen Salzburgs hinaus Wirkung zeigt. Der Betreiber des Shoppingcenters, der Spar-Konzern, legte Anfang 2020 hingegen ein Gutachten vor, das aus Sicht der zuständigen Raumordnungsabteilung des Landes aber positiv für die Pläne des Unternehmens ausgefallen ist.

»Die vorliegenden Gutachten stammen aus dem Jahr 2019 und können keinesfalls mehr als Entscheidungsgrundlage dienen«, sagte dazu Scheinast. »Für eine wirklich seriöse Bewertung der Erweiterung muss man die Folgen der Coronapandemie berücksichtigen – sowohl auf die Kaufkraftentwicklung, als auch auf die Handelsstruktur.« Einem Bericht der »Kronen Zeitung« zufolge hat sich auch die Wirtschaftskammer gegen die Pläne von Spar ausgesprochen. Die Kammer will die Erweiterung angesichts der Coronakrise noch einmal neu prüfen lassen.

Auch Kompromissvorschlag abgelehnt

ÖVP und NEOS, die beiden Koalitionspartner der Grünen in Salzburg, befürworten einen Kompromiss beim Ausbau. Anstatt der von der Spar-Gruppe beantragen Erweiterung um rund 14.000 m² würden sie einer Fläche von 8.500 m² zustimmen, zumal diese großteils durch Umwidmung bestehenden Lagerflächen entstehe. Doch auch das ist den Grünen zu viel.

Der Spar-Konzern äußerte sich in einer kurzen Stellungnahme schriftlich: »Der Rechtsstaat gibt die nächsten Schritte vor: Nach dem Hörungsverfahren ist Landesrat Schwaiger am Zug, einen Amtsbericht zu verfassen und dem Landeshauptmann vorzulegen. Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie man bereits gegen etwas sein kann, wofür es noch keine amtlich verfasste Grundlage gibt.«

Ähnlich sieht das der zuständige Landesrat Schwaiger: »Man sollte den Fachbeamten in der Raumordnungsabteilung die Zeit geben, einmal alle Stellungnahmen einzuarbeiten.« Für ihn sei der wahre Gegner der Internethandel. »Es hilft keinem Ortskern, wenn ich den Ausbau jetzt verhinderte.« Laut dem vom Spar-Konzern vorgebrachten Gutachten würde der Kaufkraftabfluss im unmittelbar angrenzenden Bereich des Europarks lediglich an die 10 Prozent betragen und sich dann rasch abschwächen. »Bei einer eingeschränkten Erweiterung wären es mit fünf Prozent noch deutlich weniger.« Der Landesrat machte auch klar, dass eine Erweiterung spätestens bei den nächsten Landtagswahlen im Jahr 2023 wieder zum Thema werde. Man müsste dann den Ausbau des Europarks zum Gegenstand der Regierungsverhandlungen machen.
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