Business

P&C wächst dank Ost-Expansion

Peek & Cloppenburg plagt sich mit seinen großen Häusern und denkt über Untervermietungen nach.

Die deutsche Modehandelskette Peek & Cloppenburg KG mit Sitz in Wien hat ihren Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2017 um 13 % auf 735 Mio. Euro gesteigert. »Dies ist insbesondere auf das sehr gut laufende Geschäft in Osteuropa zurückzuführen«, teilt die Unternehmensgruppe mit. Im Jahresverlauf wurden fünf neue Standorte in Osteuropa aufgemacht, u.a. in Budapest und Prag. Über die Geschäftsentwicklung in Österreich werden keine näheren Angaben gemacht.

Der deutsche Markt

Über den Stammmarkt Deutschland ist man da schon auskunftsfreudiger: Die dortige Konzernzentrale in Düsseldorf meldet für 2017 einen Nettoumsatz von 1,49 Mrd. Euro, was exakt dem Vorjahresniveau entspricht. Im Gegensatz zur Wiener Teilgesellschaft wird für die deutsche Schwester auch eine Ergebniszahl verraten: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag demnach bei 86 Mio. Euro und somit knapp unter 2016 (87 Mio. Euro).

Prognose für 2018 ähnlich wie im Vorjahr

Daraus, dass man sich derzeit besonders mit den großen Häusern plagt, macht P&C keinen Hehl. Dort seien »die Umsatzentwicklungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben«, heißt es in einer Presseaussendung. Derzeit steht vieles auf dem Prüfstand. »Neben Verkleinerungen stehen auch Untervermietungen und segmentübergreifende Pop Up-Flächen zur Debatte, um den Platz produktiver zu nutzen.« Denn auch heuer wurde noch keine Verbesserung erreicht. Für 2018 kündigt P&C »ähnliche Zahlen« wie 2017 an. Zwar sei man aufgrund der extremen Wetterphänomene vor großen Herausforderungen gestanden, andererseits sehe man »dem kommenden Weihnachtsgeschäft sehr zuversichtlich entgegen«.

Investitionen in Digitales und stationäre Filialen

Das Marktumfeld wird generell als schwierig beschrieben: »Der E-Commerce wächst, Bekleidungsgeschäfte entwickeln sich zunehmend zu Showrooms mit Kaufmöglichkeit und die Frequenzrückgänge in den Innenstädten setzen sich fort«, heißt es in der Mitteilung etwa. Das Unternehmen investiere deshalb »gezielt in neue Services, seine digitale Weiterentwicklung ebenso wie in die bestehenden und neuen Standorte«.

»Stationärer Handel ist unverzichtbar«

Dem stationären Handel bleibt man also treu: »Peek & Cloppenburg betrachtet den stationären Handel als unverzichtbar für die Verbraucher, da sich ein persönlicher und kompetenter Service durch nichts ersetzen lässt.« In den letzten zwei Jahren wurden rund 20 % der Flächen modernisiert und rund 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche neu eröffnet. In den nächsten zwei Jahren sind Neueröffnungen in Deutschland, dem Baltikum sowie Ost- und Südosteuropa geplant. In Österreich herrscht bereits seit der Eröffnung der Filiale im Fischapark in Wiener Neustadt im Jahr 2015 Expansionspause.

Zu den digitalen Investitionen zählt die Einführung eines »Click & Reserve«-Angebots im Jahr 2019, also einer Möglichkeit zur Online-Reservierung. Peek & Cloppenburg betreibt von Wien aus derzeit 49 Geschäfte, davon 13 in Österreich, der Rest in zehn osteuropäischen Ländern.

Von: Manuel Friedl