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Haushaltsausgaben: Schlusslicht Bekleidung

Die privaten Haushaltsausgaben sind laut Branchenradar.com im Vorjahr um 8,2 % geschrumpft. Der Rückgang bei Bekleidung und Schuhen war doppelt so hoch. Online hat dabei gar nicht so stark profitiert wie erwartet.

Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregeln und Maskenpflicht sowie ein wochenlanger Lockdown trafen die heimische Modebranche im vergangenen Jahr hart. Die privaten Haushaltsausgaben für Bekleidung und Schuhe (ohne Accessoires) sanken um 16,7 % gegenüber 2019 auf rund 8 Mrd. €. Der Rückgang traf dabei allerdings ausschließlich den stationären Handel, welcher einen Rückgang von 24,4 % verzeichnen musste.

Herren kaufen seltener online

Das Onlinegeschäft konnte dabei laut Branchenradar.com gar nicht so über die Maßen profitieren: Es wuchs konstant um rund 7 % gegenüber Vorjahr auf nunmehr 2,5 Mrd. €. Insgesamt kletterte die Onlinequote dadurch auf 31 %, wobei Damen- und Kindermode deutlich stärker im Distanzhandel gekauft wurde als Erzeugnisse für Herren. Bei Damen- und Kindermode fließt rund jeder dritte Euro zum Versandhandel, bei Herrenmode nicht einmal jeder vierte.

Business-Mode lässt aus

Ungeachtet der Verwerfungen auf Vertriebsebene veränderte sich an der Nachfragestruktur jedoch auch im Jahr 2020 nur wenig. Nach wie vor entfielen knapp 60 % der Haushalts-Ausgaben auf Damenbekleidung und Damenschuhe. Die Ausgaben für Männermode lagen in etwa bei der Hälfte davon. Der Anteil an den Bekleidungsausgaben betrug 29 %, an den »Schuhinvestitionen« sogar nicht einmal 24 %. »Durch die zunehmende Zwanglosigkeit in der Herrenbekleidung, selbst im Geschäftsbereich, fehlen die notwendigen Impulse für eine sich verstärkende Nachfrage«, erklärt Aferdita Bogdanovic, Marketingleiterin bei Branchenradar.com, die Schwäche im Herrenbereich. »Wenn sich das Freizeit-Outfit nur noch rudimentär vom Business-Look unterscheidet, spart Mann eine Ausstattungslinie. Besonders deutlich zeigt sich das beim Schuhwerk. Das Angebot konzentriert sich seit Jahren auf Sneaker-Modelle, die oftmals auch im Sportartikelhandel erworben werden können. Den klassischen Herren-Lederschuh findet man in der Garderobe vieler Männer daher immer seltener. Der Trend zu uneingeschränktem Komfort und Beliebigkeit kann offenbar auch einen Markt abwürgen. Es ist zu hoffen, dass dieser >Virus< nicht auf die Damenmode überspringt. Ansonsten wären die Aussichten für die Modebranche zappenduster.«

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