Branchenkonjunktur: Mode-Umsätze bleiben tief...
Branchenkonjunktur

Mode-Umsätze bleiben tief im roten Bereich

Der neue Handels-Obmann in der WKO, Rainer Trefelik, gibt sich im Vorfeld der KV-Verhandlungen zurückhaltend. Auch im August lagen die Umsätze im Modehandel um 10 % unter dem Vorjahr.

Am 21. Oktober beginnen die KV-Verhandlungen. Der traditionell als richtungsweisend angesehene Abschluss der Metaller sah ein Lohn- bzw. Gehaltsplus von 1,45 % vor. Für Rainer Trefelik, der erstmals als neuer Handels-Obmann auf Arbeitgeberseite bei den Verhandlungen dabei ist, ist das zwar ein »starkes Zeichen der Sozialpartnerschaft«. Im Handel müsse es bei den Verhandlungen aber zuallererst um die Sicherung von Jobs gehen, nicht um »Verteilungskämpfe«. Angesichts der großen Spreizung der Umsätze je nach Branche ist die Ausgangslage nicht einfach. Trefelik äußert sich jedoch zuversichtlich, dass die Verhandler eine »gute und vielleicht auch kreative« Lösung finden.

Umsatzzahlen

Selbst im August, in dem es eine gewisse Corona-Verschnaufpause gab, ist es dem Einzelhandel nicht sehr gut gegangen. Laut aktuellen Zahlen der KMU Forschung Austria setzte der Bekleidungshandel nominell um 9,8 und real um 7,6 % weniger um als im Vorjahresmonat. Von Jänner bis Juli 2020 lagen die Umsätze im Schnitt um ein Viertel unter dem Vorjahr.

Schuhhändler machten im August ein reales Umsatzminus von 15 %. Uhren- und Schmuckhändler verbuchten einen Rückgang von mehr als 15 %, Buchhändler erlösten um 7 % weniger. Große Ausnahme war wieder Lebensmitteleinzelhandel mit einem realen Zuwachs von 2 %, nominell waren es sogar 4,2 %.

Verlängerung des Fixkostenzuschusses gefordert

Angesichts dieser Zahlen »schaut man mit gewisser Sorge auf die aktuellen Entwicklungen«, so der Handelsobmann. Im Sommer sei es zumindest den Händlern in den Bundesländern mit vielen (Inlands-)Touristen gut gegangen. Jetzt heiße es »zurück zur Fieberkurve, zurück zur Maskenpflicht, Absage von Veranstaltungen«. Das schlage sich alles im Handel nieder. Der Ausfall von Bällen, Festen usw. treffe die Modebranche hart.
Auch der Trend zum Home-Office mache sich bemerkbar. »Die Leute hocken daheim im Schlabberlook und brauchen keine formelle Kleidung wie Anzüge«, sagt Jutta Pemsel, WKO-Branchensprecherin für den Modehandel. Sie hofft deshalb auf eine Verlängerung des Fixkostenzuschusses. Beim Fixkostenzuschuss werden von der Bundesregierung neben Strom und Miete auch Kosten für verderbliche Ware ersetzt. Kleidung wird hier als verderbliche Ware gesehen, zumal Saisonware im nächsten Jahr nicht mehr verkauft werden kann.
2019 hat der stationäre Modehandel in Österreich brutto 4,5 Mrd. Euro umgesetzt. Wenn der Herbst halbwegs gut werde und auch das Wetter mitspiele, könnte die Branche das heurige Jahr um etwa 20 % unter Vorjahr abschließen, erwartet Pemsel.

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