Handelsverband startet Corona-Petition#Arbeitsplätzeretten
#Arbeitsplätzeretten

Handelsverband startet Corona-Petition

»Der Hut brennt, die Insolvenz-Lawine rollt«, warnt Handelsverbands-Präsident Stephan Mayer-Heinisch. Um der Branche bei der Politik mehr Gehör zu verschaffen und Arbeitsplätze abzusichern, werden nun Unterschriften gesammelt.

Seit mehr als 300 Tagen befindet sich Österreich im Corona-Krisenmodus. Nach mittlerweile 79 verordneten Schließtagen (Geschäfte unter 400 Quadratmeter: 64 Tage) geht immer mehr Handelsbetrieben die Luft aus. »Mit dem dritten harten Lockdown ist für viele Branchen das schlimmste Szenario eingetreten. Nun beginnt auch die Insolvenz-Lawine zu rollen. Unzählige Betriebe stehen vor dem Ende ihrer wirtschaftlichen Existenz, hunderttausende Arbeitsplätze sind in Gefahr. Das können wir nicht länger hinnehmen, daher hat der Handelsverband eine Online-Petition gestartet«, erklärt Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will im Namen des heimischen Handels. Egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – jede/r sei eingeladen, die Petition auf www.arbeitsplaetzeretten.at zu unterzeichnen.

Verödung der Innenstädte droht

Laut Handelsverband musste bereits jedes zehnte Geschäft seinen Betrieb wegen der Covid-Krise einstellen, gleichzeitig steigt die Anzahl der Arbeitslosen von Tag zu Tag. »Die Hälfte der verbliebenen Händler hat massive Existenzängste, sie wissen nicht, wie es weitergeht«, bestätigt Handelsverbands-Präsident Stephan Mayer-Heinisch. »Wenn wir nicht rasch gegensteuern, fallen viele der 490.000 Arbeitsplätze im Non-Food Handel, im Großhandel sowie von anderen Geschäften und Betrieben weg. Die Lage ist schlimmer denn je. Nur gemeinsam, als bundesweite, branchenübergreifende Initiative, werden wir Gehör finden, um das drohende Ortskernsterben und die Verödung unserer Innenstädte zu verhindern.«

Fünf Forderungen an die Bundesregierung

Der Handelsverband erhebt in seiner branchenübergreifenden Petition fünf Forderungen an die Bundesregierung:
1. Lockdown ehestmöglich beenden: Gerade der Handel sei kein Corona-Hotspot und habe sich immer gemeinsam mit den Kunden an die Sicherheits- und Hygienekonzepte gehalten.
2. Hilfen für betroffene Unternehmen rasch ausbezahlen: »Die Politik muss halten, was versprochen wurde: ein rascher und fairer Schadenersatz, der tatsächlich bei den Unternehmen ankommt«, heißt es im Forderungskatalog. Der Verlustersatz müsse von 3 auf zumindest 5 Mio. Euro erhöht werden. Nur so können die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und das Überleben der Unternehmen gesichert werden.
3. Planungssicherheit schaffen – in zeitlicher, finanzieller und steuerlicher Hinsicht.
4. Transparente Test- und Impfstrategie: Es brauche eine bundesweite, freiwillige Test- und Impfstrategie mit positiven Anreizen wie etwa Gutscheinen.
5. Know-How von erfahrenen Praktikern nutzen: Die Corona-Krise könne nur gemeinsam bewältigt werden, daher sollten insbesondere auch Praktiker, freie Verbände und Wirtschaftsvertreter stärker in die Planungen eingebunden werden.
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