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Rettungsplan für Tom Tailor ist in Gefahr

Die Verhandlungen um die Sanierung der Modegruppe Tom Tailor scheinen ins Stocken geraten zu sein. Der Verkauf von Tochter Bonita ist unsicher.

Das Management hat offenbar Probleme, die Banken und den chinesischen Großaktionär Fosun von seiner Sanierungsstrategie zu überzeugen. »Bisher gibt es keine Einigung zwischen Fosun und den Konsortialbanken zum Finanzierungsbeitrag, der die Eigenkapitalbasis stärken soll«, teilt das Hamburger Modeunternehmen mit, um dann noch deutlicher zu werden: »Die anfangs vielversprechenden Gespräche sind in den vergangenen zwei Wochen zunehmend schwieriger geworden.« Es bleibt »offen, ob und wann« es einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen geben werde. »Eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung, die der Tom Tailor Holding wieder Planungssicherheit gibt, ist nach wie vor möglich, jedoch nicht sicher.« Der Vorstand hat nun die Boston Consulting Group damit beauftragt, das Unternehmen zu durchleuchten.

Vor allem das Engagement bei der 2012 zugekauften Tochter Bonita hat ein tiefes Loch in die Bilanz der Modegruppe gerissen. Alleine im Vorjahr mussten unter dem Titel Markenwertabschreibung 184,5 Mio. € geltend gemacht werden, in der nunmehrigen Presseaussendung ist außerdem von »weiteren signifikanten Wertminderungen von Vermögenswerten des Geschäftsbereichs Bonita« im Geschäftsjahr 2018 die Rede. Die Marke Tom Tailor entwickle sich jedoch nach wie vor gut, wird betont. Bereinigt um die in den letzten beiden Jahren geschlossenen Filialen und die aufgegebenen Marken sei der Umsatz 2018 um 3 % auf 616,9 Mio. € gewachsen, teilt das Management mit. Das EBITDA sei im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 70,6 Mio. € gestiegen.

Von: Manuel Friedl