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Baumwollpreise weiterhin unter Druck

Im internationalen Baumwollhandel macht sich starke Verunsicherung bei Vertragsabschlüssen breit, die Volatilität der Baumwollpreise nimmt zu.

Wie die Bremer Baumwollbörse bekannt gibt, sind die Folgen des anhaltenden Schlagabtauschs im Handelsstreit zwischen USA und China im Markt deutlich spürbar. Beide Staaten gehören zu den Big Playern der internationalen Baumwollwirtschaft: Die Vereinigten Staaten sind der größte Baumwollexporteur und der viertgrößte Baumwollproduzent mit anwachsenden Beständen, China ist neben Indien der weltgrößte Produzent, der größte Konsument und gleichzeitig größter Importeur von Baumwolle. Die rückläufigen Werte der maßgeblichen Preisindizes Cotlook A, NY Futures und CIF Bremen zeigen seit einem Jahr sinkende Preise. Trotz der Unsicherheiten geht das International Cotton Advisory Committee (ICAC) von einer Steigerung um 1% des weltweiten Baumwollverbrauchs in der Saison 2019/20 auf 26,9 Mio. Tonnen aus. Zeitgleich soll die Baumwollproduktion um 7% ansteigen und 27,6 Mio. Tonnen erreichen. Es ist damit zu rechnen, dass die weltweiten Lagerbestände auf 18,6 Mio. Tonnen ansteigen. Allein dadurch dürfte der Druck auf die Baumwollpreise mittelfristig anhalten. Hinzukommen die Unsicherheiten durch Handelskonflikte sowie durch eine sich abzeichnende Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Europa und möglicherweise auch in den USA mit seiner großen Nachfrage nach Textil- und Bekleidungsprodukten aus Baumwolle.

Von: Sandra Seck