Ausgabe 22/2015

Mehr Wettbewerb im Netz
Neue digitale Businessmodelle

Kassenpflicht
Ab 2016 für jeden

Handel: Retail Revolution

Amazon eröffnet Geschäfte, Media Markt setzt auf Drive-in: Online und Offline wachsen zusammen, Branchengrenzen verschwimmen. Immer öfter werden Weihnachtseinkäufe online erledigt. Noch mehr als für den stationären Handel ist Weihnachten für die Onlinebranche der wichtigste Umsatzbringer des Jahres. Laut dem deutschen Handelverband HDE erzielt das Online-Business ein Viertel seines Jahresumsatzes in den Monaten November und Dezember – im stationären  Einzelhandel sind es nur knapp 19 %. Während der stationäre Handel ganz auf Weihnachtsstimmung, Dekorationen und Wohlfühlklima setzt, will es der Onlinehandel seinen Kunden so bequem wie möglich machen.


Handel: Überraschendes Comeback

Vor gut einem Jahr gab der bekannte Wiener Herrenausstatter Linnerth das Ende der Geschäftstätigkeit bekannt. Jetzt feiert man Wiederauferstehung in der Walfischgasse statt am Lugeck. Co-Partner und Geschäftsführer Herbert Broneder äußerte sich damals offiziell zu den Gründen für das Aus: »Die widrigen Umstände der letzten Jahre, wie zum Beispiel die 4-jährige Baustelle direkt vor unserem Geschäft, die allgemein angespannte Wirtschaftslage und letztendlich auch das Ausbleiben der russischen Kundschaft durch die Ukraine-Krise in den letzten Monaten ließen uns diesen schweren Schritt gehen.«


IT & Logistik: Kassen-Sturz

Mit 1. Jänner 2016 tritt die erste Stufe der Registrierkassenpflicht in Kraft. Ab dann braucht jedes Unternehmen eine elektronische Kassa. Ab Anfang 2017 kommt dann die verpflichtende Sicherungseinrichtung. Der Vorwurf wiegt schwer. Unter der Überschrift »Betrugsbekämpfung« wurde der gesamten österreichischen Unternehmerschaft die Pflicht aufgebrummt, künftig eine elektronische Registrierkasse zu führen. 900 Mio. € an Mehreinnahmen erhofft sich der Staat dadurch. Eine Zahl, die unter Experten mehr als umstritten ist.


Start-Up: Start me up!

Was früher Neugründung hieß, wird heute ganz hip als Start-up bezeichnet. Schnelldrehend und nicht immer nachhaltig,  ist vielen dieser Unternehmen kein sehr langes Leben beschieden. Frischen Wind bringen sie jedoch allemal in die Branche, und einige Ideen setzen sich auch langfristig durch.  


Industrie: Fashion vom Färber

Österreichs Textilindustrie sah manche kommen, aber mehr gehen. Wie man in der Nische überlebt, zeigt ein Besuch bei Textilfärber Rudolf Fritsch. Originell: Außen an der Bürotür hängt ein Skelett – angenagelt, einer Voodoo-Puppe gleich. Wegen Halloween? »Gegen Steuerbeamte«, lautet die knappe Antwort. Herr Fritsch hat Humor, das macht ihn gleich sympathisch. »Wir waren beim Niedergang der Textilbranche einer der ersten Betriebe, die Pleite gingen. Und im Endeffekt sind wir jetzt einer der letzten, die überlebt haben. Nächstes Jahr feiere ich 40-jähriges Firmenjubiläum!«