Ausgabe 18/2015

Große Show
MQ Vienna Fashion Week: Ein Fest für Ö-Design

Kongress: Zurück in die Zukunft

Beim Modemarketing-Kongress 2015 setzten sich Experten mit den zukunftsträchtigsten Wegen der Kommunikation mit Kunden auseinander. Wie sieht das Modemarketing der Zukunft aus? Mit welchen Werbemitteln und Kommunikationsformen wird man seine Kunden künftig am besten erreichen? Welche Hausaufgaben müssen dafür bereits jetzt erledigt werden? Und wie gut funktioniert hier eigentlich die Zusammenarbeit zwischen Händlern und Lieferanten? Diese Fragen beantworteten namhafte Marketingexperten beim Modemarketing-Kongress 2015, zu dem die beiden deutschen Fachmagazine TextilWirtschaft und Horizont luden. In einer Studie, die TW-Chefredakteur Michael Werner eingangs präsentierte, wurden deutsche Händler nach ihrer Meinung zu Lieferantenwerbung befragt. Demnach ist sich der Handel der Werbewirksamkeit durchaus bewusst, denn 46 % bemerken eine erhöhte Nachfrage, wenn von ihnen geführte Marken in Print oder TV werben. Allerdings finden 66 % verkaufsunterstützende Maßnahmen am POS, etwa Abendevents oder Modenschauen, wirkungsvoller als Endverbraucherwerbung.


Fashion Week: Fabelwesen Mode

Sie bekam nicht nur den Modepreis der Stadt Wien, sondern auch die meiste PR. Das Schauenfoto von Marina Hoermanseders avandgardistischem Glockenrockkleid, eine Mischung aus modernem Dirndl und Fetisch-Dress aus Hartplastik, schaffte es in alle wichtigen Zeitungen und Magazine des Landes. So muss Mode sein, wenn sie Aufmerksamkeit erregen will. Klar, Hoermanseder, die in Berlin lebende Wienerin, brachte auch tragbare Teile auf den Laufsteg der siebenten MQ Vienna Fashion Week – aber das Tragbare, das allzu Durchschnittliche, sucht und will man in Wien offenbar nicht.


Awards: Schwerkraft überwinden

Erfrischend informell liefen die diesjährigen Austrian Fashion Association (AFA) Awards am 8. September im Wiener Semper-Depot ab. Ein Moderator, der dem Publikum den Spielstand im Länderspiel gegen Schweden nicht vorenthalten wollte und ein Kulturstadtrat, der zwar Anzug und weißes Hemd trug, aber keine Krawatte. Die internationale Jury hatte schon am Vortag entschieden und in Umkehrung der Dramaturgie gab man die Preisträger ausnahmsweise vor der Präsentation bekannt. Der mit 10.000 € dotierte Modepreis der Stadt Wien ging an die in Berlin lebende österreichisch/französische Betriebswirtin und Designerin Marina Hoermanseder, die mit eingeschränkt tragbaren Modellen überzeugte.


Shop-Design: Gretchenfrage

Der Handel verändert sich. Von den großen Umbrüchen ist auch das Shopdesign betroffen. Denn auch hier muss der Händler Farbe bekennen und zeigen, wer er ist. Immer mehr vom immer Gleichen – dieses Prinzip hat in den letzten Jahren vor allem in größeren Städten die Handelslandschaft dominiert. Nicht nur wenn es um die verfügbaren Marken geht, sondern auch was deren Präsentation betrifft. Dass das für die Kunden auf Dauer weder spannend noch kaufanregend ist, liegt auf der Hand. Sie wollen etwas erleben und auch einmal überrascht werden. Denn Shopping, vor allem wenn es um Mode geht, ist Teil der Freizeitgestaltung, davon ist auch Christoph Stelzer von Dfrost, der Stuttgarter Agentur für Retail-Identity, überzeugt. Vor allem für den Einzelhandel, der nicht an nur eine Marke gebunden ist, birgt der Trend zur Individualisierung große Chancen.