Ausgabe 17/2016

So easy!
Herrenschuhe F/S 2017

Beweg dich!
Sportswear sortiert sich neu

Industrie: Family Business

Schneiders wird 70 – und stellt sich den Herausforderungen der Zukunft. So bewegt wie jetzt seien die Zeiten noch nie gewesen, sagt Firmenchef Alfons Schneider. Federnder Gang, strahlendes Lächeln: dass Alfons Schneider heuer seinen 80. Geburtstag feiern wird, glaubt ohnehin kein Mensch. Aber sein Jubiläum steht ja gar nicht im Mittelpunkt unseres Gesprächs in der Messehalle der Salzburger Tracht & Country – sondern die Firma. Seit 70 Jahren besteht das Unternehmen, untrennbar mit der Stadt Salzburg verbunden, dabei stammt die weitverzweigte Familie doch aus Wien. »Die Familie entschied schon 1944, dass wir ein Standbein »im Westen« haben sollten, im gleichen Jahr wurde eine Firma in Strasswalchen gegründet, 1946 haben wir schließlich in Salzburg in einer Baracke begonnen«, erinnert sich der begnadete Geschichtenerzähler Alfons Schneider.


Messen: Die fünfte Jahreszeit

Der Trachtenboom neigt sich dem Ende zu. Die Branche muss sich kein Sorgen machen. Denn Tracht wird bleiben – etwas weniger überhitzt als zuletzt. Zwei Wochen noch. Dann stellt der Einzug der Wiesn-Wirte den Startschuss zum größten Volksfest der Welt dar. Das Oktoberfest, in Bayern taxfrei die »fünfte Jahreszeit« genannt, war und ist der Treiber einer Nische, die in den letzten paar Jahren mit Kraft und Energie aus dieser herauskam. Tracht bei Lidl und Aldi, bei Tchibo, bei Kik und bei Takko. Wer Dirndl und Lederhosen online kaufen will, muss sich viel Zeit nehmen, so unübersichtlich ist das Angebot, so groß die Zahl der Anbieter. Billig, teuer, Trash aus Asien, Manufakturarbeit aus Österreich – stets subsummiert unter dem Modewort Tracht. Was Tracht ist, interpretiert dann ganz schnell jeder für sich.


Kindermode: Zwischen Bio und Online

Kindermode bleibt schwierig, hoffnungslos ist dieser Bereich jedoch nicht. In Salzburg kamen vor kurzem die wichtigsten Anbieter zusammen. Die Trends: Märchenhaft, gestreift, nachhaltig und vernetzt.Es war einmal… - »Once upon a time...« -, so das Motto der diesjährigen JOT, die die Märchenwelten des Orients und Okzidents thematisierte. Vor Ort waren wieder die wichtigsten Anbieter und Agenturen der Branche. Die aktuellen Trends waren dabei unübersehbar: Der Mini-Me-Look dominiert, allerdings in deutlich kinderfreundlicherer Form als noch vor ein paar Jahren. So wollen die Kleinen zwar den gleichen coolen Style wie ihre Eltern tragen, er soll aber dennoch lässig und sportlich sein. Entsprechend wichtig sind nach wie vor College-Looks, Athletic-Styles und Streifen. Kurz, clean, nicht überladen, aber dennoch passend für jedes Alter.


Sporthandel: Sport in der Sanduhr

Der heimische Sportmarkt ist den größten Veränderungen seit langer Zeit unterworfen. Die Anbieter haben klare Stellung bezogen. Und doch wird Verwirrung beim Konsumenten gestiftet. Ein aktueller Rundumblick in der Branche. Summa summarum: »Der österreichische Sportmarkt ist nicht easy«, weiß Gernot Kellermayr, Präsident des VSSÖ (Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs). Und wie recht er hat. Ein wenig harmonisches Lied davon singen, kann der britische Sportdiskonter Sports Direct (SDI), der 2013/14 die Marken und Standorte von Sport Eybl und Sports Experts in Österreich übernahm. Drei Jahre später, die Verluste sind groß (das Wirtschaftsblatt berichtete im Februar 2016 von einem »Rekordverlust von 45 Mio. €« im Geschäftsjahr 2014/15), die Akzeptanz beim Konsumenten gering. Und das Wissen über jenen Markt in den man mit Karacho eingestiegen ist? Dürftig. Genau da liegt der Hund begraben. Der österreichische Sportmarkt ist nicht nur nicht easy, er ist komplex.