Ausgabe 16/2015

So ein Trachtkerl!
Tracht & Country setzt auf Männertracht

Handel: Permanenter Umbau

Der Umbau der Mariahilfer Straße in eine Fußgänger- und Begegnungszone ist abgeschlossen. Der Umbau des Angebots geht weiter. Ein Spaziergang. Österreichs größte Einkaufsstraße mit bis zu 70.000 Passanten täglich und 214.000 m² Verkaufsfläche, ist verkehrsberuhigt. Der Weg dahin war steinig, die Kommunikationspolitik mehr als verunglückt. Das Ergebnis stellt dennoch die meisten zufrieden – auch wenn die Mariahilfer Straße alles andere als eine klassische Fußgängerzone geworden ist. Im obersten Teil etwa, wo sich die Straße zu Gürtel und Europaplatz hin trichterförmig erweitert, dürfen Pkws wie bisher ohne Einschränkungen unterwegs sein. Die Verkehrsberuhigung greift erst ab dem zweiten Häuserblock, dem ehemaligen Kaufhaus Stafa, das sich derzeit im Totalumbau befindet. Die Eigentümer rund um Jamal Al-Wazzan lassen den markanten Rundbau, der als Einkaufszentrum nie so recht funktionieren wollte, nun mangels Interesse von Handelsseite in ein Hotel umbauen.


Tracht: Bring your Trachten-Family!

Erst war das Dirndl, dann Janker und Lederhose, heute kleidet sich die ganze Familie in Tracht. Die Leitmesse Tracht & Country profitiert davon – so wie die gesamte Branche. Es kommt einem langdam komisch vor. Während der Modebranche eine Negativmeldung nach der anderen um die Ohren fliegt, bleibt die Trachtenbranche auf Kurs. Giesswein schreibt Rekordzahlen, Sportalm mit (leichtem) Umsatzplus ebenso wie Steinbock und Mothwurf, H.Moser erfolgreich mit der neuen Linie »Almgwand«, Gössl weiterhin expansiv bei den Stores (erst letzte Woche fiel der Startschuss für den neuen Laden in Nürnberger Toplage). Fast noch positiver fällt das Fazit deutscher Trachtenhersteller aus.


Tracht: Modekompatible Männertracht

Dass aus dem Hype zu Lederhose und Dirndl ein Megatrend wird, hätte keiner zu träumen gewagt. Nach zehn Jahren Wachstum ist es Tatsache. Eine weitere positive Entwicklung scheint möglich. Zuletzt machte sich im Handel eine leichte Abkühlung bemerkbar. Händler berichten von Stagnation und leichtem Rückgang. In der Folge haben sich preisaggressive Vertikale aus dem Markt zurückgezogen. Mit einer weiteren Marktbereinigung wird gerechnet. Wenn Warenüberhang im Billigsektor moniert wird, dann liegt das daran, dass die Nachfrage nach billigen Sets zuletzt überschätzt wurde. Markus Giesswein vom gleichnamigen Unternehmen bringt die Situation auf den Punkt: »Die Euphorie ist vorbei, der Handel agiert überlegter. Die Nachfrage nach traditionellen Teilen ist jedoch konstant.«


Kindermode: Grüne Gründer

Die JOT, heimische Leitmesse im Bereich der KOB, wächst und gedeiht. Geprägt war die Veranstaltung diesmal von einem Bereich, der in den letzten Jahren ebenfalls tüchtig zugelegt hat: der Ökomode. Diese bildet mittlerweile ein ernst zu nehmendes Gegengewicht zum Massenmarkt. Die Ansprüche an die Kindermode sind in den letzten Dekaden gestiegen: Von gut und günstig über stylish und originell, bis hin zu nachhaltig und unbedenklich reichen die Forderungen der Eltern. Mittlerweile ist auch für jede Einkommensklasse und Familiengröße etwas dabei.