Ausgabe 02/2012
30.01.2012

LUFTGESCHÄFTE...

Business:  Gerry Weber: Umsatz wächst um 13 %

Die Gerry Weber AG erwartet nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende Oktober) einen Umsatz von 702,7 Mio. € – nach 621,9 Mio. € im Jahr davor. Das entspricht einem Wachstum um 13 %. Das operative Ergebnis EBIT steigt um überproportionale 19,6 % auf 99,6 Mio. €. Die EBIT-Marge liegt somit bei 14,2 %. Damit habe man die »ausgegebenen Ziele einmal mehr eindrucksvoll bestätigt«, verlautet das Unternehmen selbstbewusst.

Wichtiger Wachstumstreiber war abermals der Retail-Bereich: Mit einem Umsatzplus von 25,1 % wurde in diesem Bereich bereits ein Umsatz von 217,2 Mio. € erzielt. Für dieses Wachstum ist nicht nur die Eröffnung von weiteren 64 in Eigenregie geführten Houses of Gerry Weber verantwortlich: Auch auf bestehender Fläche wurde ein Umsatzwachstum von 7,7 % erzielt.

DOB Herbst/Winter 2012/13:  Die großen Zehn

Österreich ist schon heute Einkaufszentren-Europameister. Das heurige Jahr setzt noch einmal ordentlich eins drauf: Hier die zehn größten Neueröffnungen des Jahres. Das heurige Jahr liefert endgültig den Beweis, dass die Wirtschaftkrise am Markt für Einkaufszentren keine nachhaltige Trendwende gebracht hat. Gab es im Vorjahr mit der BahnhofCity Wien West nur ein einziges großes Einkaufszentrum, das neu in Betrieb ging, wird 2012 wieder einen massiven Anstieg der Handelsflächen bringen. »Im langjährigen Schnitt kommen jedes Jahr etwa 100.000 bis 120.000 m2 Verkaufsfläche in Österreich neu auf den Markt«, erklärt Hannes Lindner, Geschäftsführer des Handelsberaters Standort + Markt. »Wurde diese Zahl im Vorjahr mit rund 60.000 m2 deutlich unterschritten, wird dieser Rückstand heuer sogar mehr als aufgeholt.«

Trends: Druckvoll

Drucke sind diese Saison dass Ass im Ärmel der Designer. Mit ihnen wird das Spiel entschieden – und die Endverbraucherin aus der (Shopping-)Reserve gelockt. Farbe war bereits in den vergangenen beiden Saisonen ein wichtiger Umsatzbringer, für Herbst/Winter 2012/13 setzt die Industrie nun in letzter Konsequenz auf starke, warme Farbtöne. In Drucken kommen sie am besten zur Geltung, können am innovativsten zusammengestellt werden. Neu ist der Druck-Patch, wobei mehrere Drucke in einem Teil miteinander kombiniert oder überlagert werden.

 

Premium:  Smart wirken die neuen Premium-Kollektionen.

Sie spielen mit dem Gegensatz von männlich und weiblich, vereinen Retro und präzise Schnittführung. Schwarz-Weiß spricht eine klare Sprache, während Edelsteinfarben auf Seide begehrlich leuchten. Die modische Aussage der Premium-Anbieter ist extrem klar. Selbstverständlich. Kommt ohne schwierige, allzu sehr konstruierte Looks aus. Vielmehr frönt sie einer linearen Schnitttechnik und einer eindeutigen Formensprache. Ihre Strahlkraft erhalten die Kollektionen durch einen überdurchschnittlich hohen Einsatz von hochwertigen und neuartigen Qualitäten sowie einem gekonnten Spiel von Farben. Viel Gefühl steckt in den Entwürfen, lässt aber dennoch keinen Platz für Verspieltheit. Einerseits werden Looks tonig getragen – einmal in der Weinrot-Familie, einmal in der Petrol-Familie -, andererseits experimentiert das hochwertige Genre mit Winterpastellen für schmale Hosenanzüge oder Hängerchen-Kleider in Mint bis Rosé.

Denim:  Denim Day

 

Schon einen Tag vor der Eröffnung der Bread & Butter stand Berlin ganz im Zeichen der Jeans. Sportswear International lud zum »Denim Day« mit hochkarätig besetzten Diskussionsrunden und Referaten. Etwa 200 Interessierte fanden sich am 18. Jänner im Berliner Hotel Ellington ein, um sich einen Tag lang ausschließlich mit dem Thema Denim zu beschäftigen. Der Veranstalter Sportswear International lockte mit Namen wie Evelyn Hammerström, Francois Girbaud oder Adriano Goldschmied. Allerdings war letztgenannter am Veranstaltungstag dann doch verhindert – immerhin verlas Sportswear International-Herausgeber Klaus N. Hang eine kurze Botschaft des Designers an die Teilnehmer.

 

Messe:  Maybe Berlin

In Berlin standen wieder alle Zeichen auf Vollgas. Mittelmaß gibt es an der Spree nicht. Höchstens kommerzielle Kollektionen. Aber dafür steht Berlin. Am Programm: Neue Messen, neue Mode. Ohne Vielleicht. Zugegeben, der Titel dieses Artikels über Berlin zur Fashion Week ist genau betrachtet nicht politisch korrekt. Der Slogan »<s>May</s>be« (das Wörtchen »may« ist am Original-Plakat doppelt durchgestrichen) ist nämlich auf Plakaten in ganz Berlin zu lesen. Große schwarze Lettern auf weißem Grund. Es handelt sich um Plakate einer Zigarettenmarke, die wohl darauf abzielen sollen, dass Raucher harte Kerle sind und Vielleicht nicht in ihrem Wortschatz wiederzufinden ist. Auch ein weiterer Slogan springt ins Auge: »Maybe never wins«.