Die dänische Modegruppe Bestseller (Jack & Jones, Vera Moda, Only u. a.) hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2010/11 (per 31. Juli) deutlich gesteigert, der Gewinn ist jedoch ebenso deutlich gesunken.
CEO und Eigentümervertreter Anders Holch Povlsen bezeichnet das Umsatzwachstum von 20 % auf 2,34 Mrd. € als »zufriedenstellend«, zeigt sich über den Rückgang des Gewinns vor Steuern um 17 % auf 322 Mio. € jedoch weniger glücklich. »Dieses Ergebnis spiegelt die komplizierte Marktsituation ebenso wider wie die bedeutenden Mittel, die wir in neue Geschäfte, Umbauten vorhandener Stores sowie die Entwicklung von IT und Infrastruktur gesteckt haben.« Selbstkritisch geht es weiter: »Unsere Einkaufs- und Lagerkontrolle war über einen längeren Zeitraum hinweg unzureichend, was bedeutende Abschreibungen auf das Warenlager notwendig gemacht hat.« Auch die Kosten für den Markteintritt in Indien seien höher gewesen als geplant.
Für das neue Geschäftsjahr gibt Povlsen keine Entwarnung: »Die Ergebnisse des ersten Quartals zeigen, dass wir weiterhin Schwierigkeiten haben, speziell im eigenen Retail. Wir sind uns bewusst, dass große Anstrengungen nötig sind, um im aktuellen Geschäftsjahr ein besseres Ergebnis einzufahren.« Konzentration aufs Kerngeschäft, noch mehr Nähe zu den Absatzmärkten, Straffung des Lieferantennetzwerks und Ausbau der Online-Aktivitäten nennt der CEO als aktuelle Arbeitsschwerpunkte. »Unsere Kunden werden künftig noch mehr von uns erwarten.«
Bestseller gehört zu 100 % der Familie Povlsen und ist heute in 46 Märkten tätig. Die Zahl der Monobrand-Stores hat sich im letzten Geschäftsjahr um 450 auf 2.800 erhöht, zusätzlich werden 12.000 Multibrand-Läden beliefert.