H&M: Gewinn sinkt
27.06.2011
Mit einer Designer-Kollektion von Donatella Versace will H&M ab November wieder verstärkt Fashionistas in seine Läden holen. (C) H&M

Österreichs umsatzstärkster Modehändler, der schwedische Filialist Hennes & Mauritz, hat im ersten Halbjahr des aktuelle Geschäftsjahres (Dezember 2010 bis Mai 2011) seine Umsätze hierzulande stabil gehalten. Laut dem soeben veröffentlichten Halbjahresbericht hat H&M in seinen 66 österreichischen Filialen (+/- 0) einen Nettoumsatz von 217,5 Mio. € erzielt (ebenfalls +/- 0 %).

Pech für den schwedischen Konzern: Aufgrund der starken schwedischen Krone (SEK) bedeutet das in Konzernwährung ein Minus von gleich 10 %.

Überhaupt war das Geschäft von H&M heuer besonders stark von Wechselkursschwankungen betroffen: Obwohl die globalen Umsätze der Kette in lokalen Währungen im ersten Halbjahr um 10 % stiegen (auf vergleichbarer Fläche + 2 %), betrug der Anstieg in SEK gerade mal 0,5 %. Insgesamt erzielte der Filialist in seinen 2.297 Geschäften (+ 235) einen Umsatz von umgerechnet 5,86 Mrd. €. CEO Karl-Johan Persson bemüht sich, die positiven Aspekte hervorzuheben: »Obwohl das Marktumfeld sehr herausfordernd ist, gewinnen wir weiterhin Marktanteile.«

Der Gewinn ist aufgrund der erwähnten negativen Voraussetzungen um deutliche 23 % auf 773 Mio. € gefallen. »Unsere Ertragskraft ist mit einer Umsatzrendite von 20,3 % weiterhin stark«, stellt Persson aber klar. Und das »trotz starker negativer Effekte durch zahlreiche externe Faktoren auf die wir keinen Einfluss haben, etwa die hohen Baumwollpreise.«

Persson weist außerdem auf steigende Zinsen, höhere Energiepreise und staatliche Sparmaßnahmen hin, die sich allesamt dämpfend auf die Kaufkraft auswirken. Das habe besonders im Frühling zu vielen Preiskampagnen und Sonderangeboten im europäischen  Modehandel geführt.

Für die Zukunft zeigt sich Persson optimistisch – »trotz herausfordernder Bedingungen sowohl in unseren Märkten als auch in den Sourcing-Regionen«. Neben den Kostensteigerungen auf der Rohstoffseite weist das Unternehmen noch auf die knapper werdenden freien Kapazitäten bei Lieferanten sowie die gestiegenen Transportkosten hin. »H&M hat sich dazu entschieden, die gestiegenen Beschaffungskosten nicht an die Konsumenten weiterzugeben. Stattdessen stärkt H&M seine Preispositionierung um seine starke Marktposition langfristig abzusichern«, heißt es im Halbjahresbericht.

Das Businessmodell von H&M funktioniere »in allen unseren Märkten gut «, zeigt sich Persson selbstbewusst. Deshalb sehe man »großes Potenzial für weitere Expansion«. Heuer sollen netto 250 Stores hinzukommen. Hervorgehoben werden insbesondere China, Großbritannien und USA als die wichtigsten Wachstumsmärkte. Kürzlich hat der Filialist seine ersten Geschäfte in Rumänien und Kroatien eröffnet – mit sehr großem Erfolg, wie es heißt. Kurz bevor steht der Markteintritt in Marokko, Singapur und Jordanien.