Die deutsche Modekette Adler hat bei Ihrem Börsegang nur 10 € pro Aktie bekommen. Der Ausgabepreis liegt damit am untersten Ende der im Mai bekannt gegebenen Preisspanne von 10 bis 12,50 €. Außerdem konnten nicht alle der 12 Mio. angebotenen Papiere im Markt untergebracht werden.
Damit behält Finanzinvestor BluO einen größeren Anteil an Adler als ursprünglich geplant. BluO hatte Adler vor zwei Jahren für 10 Mio. € von der Metro-Gruppe übernommen. Adler hatte auf Einnahmen von bis zu 145 Mio. € gehofft und muss sich nun mit 112 Mio. € begnügen. Am ersten Handelstag rutschte die Aktie dann auch gleich noch ein paar Cent ins Minus.
Kurz vor dem ursprünglich anvisierten 16. Juni hatte das bayrische Unternehmen wegen des spürbaren Gegenwinds den Börsegang noch um gut eine Woche verschoben. Um gute Stimmung zu machen wurden gleichzeitig nochmals die jüngsten Geschäftszahlen bekannt gegeben. Laut dieser Mitteilung lagen die Umsätze im April um 9 %, im Mai um 23 % über dem Vorjahresniveau. Der operative Gewinn erhöhte sich für diese beiden Monate um 7 bzw. 25 % und lag jeweils bei rund 8 % des Umsatzes. Im Vorjahr hatte Adler nach mehreren Verlustjahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Bei einem Umsatz von 445 Mio. € wurde ein Gewinn von 27,4 Mio. € erreicht.
Der Erlös aus dem Börsegang soll in die Expansion investiert werden. »Wir wollen alte Märkte renovieren und neue eröffnen – insgesamt 21 in diesem Jahr«, erklärt Vorstandschef Lothar Schäfer. Gedacht sei auch an den »Zukauf von bestehenden Wettbewerbern und Ladenketten«. Der Großteil der Emissionserlöse, nämlich 85 Mio. €, wird allerdings in die Taschen von BluO fließen. Adler betreibt derzeit 107 Filialen in Deutschland und 25 in Österreich.