Die Zahl der Schuhgeschäfte ist zuletzt spürbar gesunken. Die Umsätze steigen trotzdem.
Nur in den Krisenjahren 2008 und 2009 war im heimischen Schuhhandel Stagnation angesagt. Doch 2010 gab es dank günstiger Wetterbedingungen und teurerer Modelle (durchschnittlich + 3 %) bereits wieder ein nominelles Umsatzplus von 4,8 %. Und auch für heuer fällt eine erste Zwischenbilanz erfreulich aus: »Wir gehen für 2011 von einem nominellen Wachstum von rund 3 Prozent für den Gesamtmarkt aus«, sagt Michael Oberweger, Consulting-Leiter beim Standortberater RegioPlan.
Auffällig: Die höheren Branchenumsätze werden mit immer weniger Geschäften erzielt. Der Schuhhandel nützte nämlich die Durststrecke der letzten Jahre dazu, sich von weniger rentablen Standorten zu trennen. Besonders Stiefelkönig führte einen Kahlschlag im Filialnetz durch, zahlreiche Geschäfte der unterschiedlichen Vertriebslinien wurden etwa an Modehändler, aber auch an Drogeriemärkte o. ä. weitergegeben. Auch Leder & Schuh, Reno, Vögele Shoes und Salamander reduzierten ihre Standortzahl leicht. Diese Optimierung des Filialnetzes folgte allerdings auf einige »extrem expansive Jahre«, kommentiert Oberweger. Die Marken turbo!schuh und Top-Schuh als Anbieter im preisgünstigen Segment sind 2009 überhaupt vom Markt verschwunden. Der einzige große Anbieter, der sein Filialnetz im letzten Jahr weiter deutlich (nämlich um zehn Geschäfte) vergrößert hat, ist der derzeit erfolgreichste Anbieter am Billig-Markt: Deichmann. In Summe nahm die Zahl der Schuhgeschäfte in den Jahren 2007 bis 2010 um 5 % ab.