Das Innviertler Modehaus Mittermayr erweitert sein Stammhaus in Wildenau (Bezirk Braunau) um einen großen Zubau. Die Verkaufsfläche wächst dadurch von derzeit 250 m2 auf rund 1.000 m2.
»Wir platzen aus allen Nähten«, sagt Firmenchef Karl Mittermayr zur Textil Zeitung. »Deshalb haben wir schon lange darauf gewartet, dass uns einmal das Nachbargrundstück zum Kauf angeboten wird.« Vor kurzem war es endlich so weit. Nun soll ein neues »Wohlfühl-Modehaus« (Mittermayr) mit insgesamt 1.000 m2 Verkaufsfläche entstehen. Geplant wurde der zweigeschossige Neubau und der Komplettumbau der bestehenden Flächen gemeinsam mit Umdasch Shop Consult. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen. Die Eröffnung ist bereits für September geplant.
Das Familienunternehmen hatte erst im Vorjahr sein 100-Jahr-Jubiläum gefeiert. Neben dem Stammhaus betreibt Mittermayr auch ein Multilabel-Geschäft in Mattighofen sowie drei Franchisestores in Mattighofen und Braunau. Durch den Ausbau wolle man »das Modehaus im Innviertel« werden: »Wildenau ist sicherlich keine 1-A-Lage, sondern wahrscheinlich eher 3-D«, zeigt sich der Firmenchef gegenüber der Textil Zeitung launig. »Aber wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, am bestehenden Standort zu investieren.« Schließlich würde schon bisher der Großteil der Kunden mit dem Auto anreisen. »Die Frage für die Kunden lautet: Fahren wir in den Europark nach Salzburg? Oder in ein Einkaufszentrum nach Wels? – Oder wir bieten ihnen hier ein entsprechendes Angebot!«
Mit entspanntem Einkaufsambiente wolle man sich bewusst von den großen Einkaufszentren abheben und so eine Alternative bieten. Die Innenarchitektur sei »auf die Natur der Region« abgestimmt, »das Thema Wald spielt eine große Rolle.« Naturmaterialien wie Holz und Stein sollen ebenso für eine Wohlfühl-Atmosphäre sorgen wie die neue Caféteria und außergewöhnlich gute Beratung. »Bei uns soll alles anders sein als in einem Einkaufszentrum«, sagt Mittermayr.
Da auch das bisherige Geschäft völlig umgestaltet werden soll, wird das Haus im Sommer für ein bis zwei Wochen geschlossen – nach einem Totalabverkauf. Das Sortiment werde sich aber nicht grundsätzlich ändern, sondern weiterhin ausschließlich auf Mode für Damen und Herren setzen. Zu bewähren Marken wie Gerry Weber, Comma, Brax, S. Oliver, Street One, Mac und Lerros sollen aber höherwertige Sortimente dazukommen. Fix mit dabei sind u. a. Hugo Boss, Tommy Hilfiger, Desigual, Calvin Klein, Bugatti und Opus. »Es wird ein paar Markenshops geben, aber nicht zu viele«, kündigt der Firmenchef an.
Auch das geplante Einkaufszentrum in Ried im Innkreis habe bei der Entscheidung für die Großinvestition mitgespielt, gibt Mittermayr zu: »Ich habe das Gefühl, in der Region sind viele wie gelähmt. Keiner traut sich mehr etwas machen.« Dieses Vakuum nütze man nun. Für Mittermayr ist der Umbau ein »Generationenprojekt« - immerhin scharre schon die nächste Generation in den Startlöchern.