Mit einem nominellen Plus von 2,5 % für das vergangene Jahr konnte die Kaufkraft der Österreicher das zweite Jahr in Folge auch inflationsbereinigt steigen. Für 2011 sind die Prognosen jedoch pessimistischer.
Die Kaufkraft soll zwar wieder um rund 2,5 % steigen, die erwartete Inflation liegt aber darüber. Laut RegioData Research GmbH wird die Inflation heuer vermutlich bei 2,6 % zu liegen kommen und den Österreichern damit einen realen Kaufkraftverlust bescheren.
Die regionalen Kaufkraftunterschiede waren innerhalb Österreichs noch nie so gering wie heute, so RegioData weiter: Mit rund 19.140 € pro Kopf und Jahr haben die Wiener die höchste Kaufkraft, die Salzburger liegen allerdings schon nahezu gleichauf (19.100 €). Am stärksten gewinnen konnten im Vorjahr die Oberösterreicher (+ 2,9 %) sowie die Steirer, Kärntner und Burgenländer (je + 2,8 %).
Immer niedriger wird hingegen jener Anteil der Kaufkraft, der in den Einzelhandel fließt: Lag dieser im Jahr 1990 noch bei rund 40 %, so beträgt er heute nur mehr 31 %. »Dieser Trend, der nicht nur Österreich betrifft, ergibt sich einerseits durch Verschiebung der privaten Konsumausgaben zugunsten teurerer Lebenshaltungskosten – Stichwort Energiepreise, Verkehr. Dazu kommt natürlich, dass mit steigendem Einkommen die Ausgaben für Freizeit und Luxus zunehmen«, erklärt RegioData-Sprecher Mark Ruhsam.
Wenn die Inflation in den Bereichen Ernährung, Verkehr und Energie so hoch bleibe wie derzeit, sei für heuer von einer Zurückhaltung in anderen Konsumbereichen auszugehen, so RegioData. »Ausgaben für Produkte und Leistungen, die man nicht unbedingt braucht (z. B. Kleider, Möbel, Reparaturen, Urlaube) werden aufgeschoben.«