Der Schweizer Modefilialist Charles Vögele hat im Vorjahr weitere 8,6 % seines Umsatzes verloren, ist aber dank einschneidender Restrukturierungsmaßnahmen in die Gewinnzone zurückgekehrt. In Österreich stiegen auch die Umsätze.
Bei einem Umsatz von 961 Mio. € (in Konzernwährung: 1,2 Mrd. CHF) hat das Unternehmen aus Pfäffikon nahe Zürich einen Gewinn von 14,4 Mio. € (18 Mio. CHF) eingefahren. 2009 war noch ein Verlust in etwa der gleichen Höhe in der Bilanz gestanden. In den letzten drei Jahren hat der Filialist, der vor allem preisbewusste Frauen über 25 Jahren bedient, damit 14 % seines Umsatzes verloren, die Zahl der Filialen blieb in Summe jedoch gleich (826 heute im Vergleich zu 825 im Jahr 2007).
Für das deutliche Umsatzminus sind einerseits die Schließung defizitärer Filialen, andererseits die Wechselkursschwankungen des Schweizer Franken verantwortlich. Doch auch währungs- und flächenbereinigt gingen die Umsätze weiterhin zurück, und zwar um 2,7 %.
Gleichzeitig haben diese beiden Faktoren auch zu deutlichen Kosteneinsparungen geführt. Zusätzlich wurden auch Logistikstandorte geschlossen und Strukturen vereinfacht.
Besonders stolz ist man bei Charles Vögele auf die Bereinigung des Lagers: 2010 waren 84 % aller verkauften Teile aus der aktuellen Saison, 2009 lag dieser Anteil noch bei nur 75 %. Die Bruttomarge stieg entsprechend von 61,2 % auf 66,9 %. »Seit Mitte 2010 ist sämtliche Ware jünger als 18 Monate«, heißt es in einer Mitteilung.
Die Geschäftszahlen für die österreichische Tochtergesellschaft mit Sitz in Kalsdorf bei Graz werden seit 2010 nicht mehr eigens ausgewiesen. Wie Vögele mitteilt, konnten die Umsätze in Euro hierzulande jedoch »über dem Marktschnitt« gesteigert werden. Währungsbereinigt stieg der Umsatz in der gesamten Region CEE (Central and Eastern Europe), die von Graz aus gesteuert wird, um 1 %, während die Filialzahl leicht von 208 auf 203 zurückging. Das Betriebsergebnis EBIT war – hauptsächlich wegen der vorzeitigen Abschreibung auf zugesperrte Filialen in den östlichen Ländern – für diese Region jedoch nach wie vor negativ.
Die wichtigsten positiven Highlights des Jahres 2010 aus der Sicht von CEO André Maeder waren »die Verpflichtung von Penélope und Mónica Cruz sowie Til Schweiger als Markenbotschafter, die Lancierung einer eigenen Lingeriekollektion sowie die Neuausrichtung und Zentralisierung der Merchandise-Organisation«. Mit Herbst 2010 wurde der Kollektionsrhythmus von vier auf acht pro Jahr verdoppelt, außerdem wurde eine neue Ladenbau-Generation aus der Taufe gehoben. Per Ende 2010 präsentierten sich gruppenweit bereits über siebzig Filialen im neuen Look.
Erster Meilenstein im neuen Jahr war die Eröffnung des Online-Shops im Februar. Ansonsten steht 2011 noch im Zeichen der Konsolidierung und der weiteren Optimierung bei Sortiment und Filialnetz. »Die Umsetzung der neuen Aufbau- und Ablauforganisation wird bis Ende 2012 andauern«, sagt CEO Maeder, der als besondere Herausforderung die weiter steigenden Baumwollpreise nennt. Die Umsätze sollen aber schon heuer wieder wachsen.