Der Schweizerische Bekleidungsfilialist Charles Vögele steckt mitten in der Umstrukturierung. Die Schließung defizitärer Filialen führt zu Umsatzrückgängen. Nun wurde die Österreich-Niederlassung zur CEE-Zentrale aufgewertet.
Aufgrund der Filialbereinigung lag der Umsatz im ersten Halbjahr mit 521 Mio. € währungsbereinigt um 4 % unter dem Vergleichszeitraum. Das Konzernergebnis war mit – 5,3 Mio. € negativ, das Betriebsergebnis EBIT jedoch mit + 3 Mio. € leicht positiv. Für das Gesamtjahr werden schwarze Zahlen angestrebt.
Baustellen gibt es derzeit viele im Konzern. Eine davon ist der Abverkauf der großen Menge an Altware (13 Mio. Stück), der in den letzten Monaten Verkaufsfläche und Ressourcen blockierte. »Mit zusätzlichen Preisnachlässen gelang es, die Restbestände größtenteils zu verkaufen«, heißt es in einer Pressemitteilung. An einer Verdoppelung des Kollektionsrhythmus von 4 auf 8 wird gearbeitet. Die Filialzahl wurde um 13 auf 844 reduziert, auch in Österreich ist die Anzahl der Geschäfte weiter rückläufig. Vögele versucht derzeit einen radikalen Imagewandel, der nun durch das Engagement der spanischen Schauspielerin Penélope Cruz und ihrer Schwester Monica als »Markenboschafterinnen« und Gastdesignerinnen an Tempo gewinnen soll. Dieser Tage werden die Kampagnenbilder enthüllt. »Wir wollen unsere Marke emotional aufladen und wieder als Fashion-Firma gelten«, sagt CEO André Maeder.
Gleichzeitig wird die Organisation im Hintergrund umgebaut. So ist der österreichische Standort in Kalsdorf bei Graz, der bisher auch für die sieben slowenischen Filialen zuständig war, nun zur CEE-Zentrale des Konzerns aufgestiegen. Damit fallen nun auch die Länder Polen, Ungarn und Tschechien in die Zuständigkeit des österreichischen Geschäftsführers Thomas Krenn. Mit insgesamt 208 Filialen (148 davon befinden sich in Österreich) ist die Region CEE nach Deutschland die zweitgrößte Teilorganisation des Schweizerischen Konzerns, der Halbjahres-Umsatz lag bei 122 Mio. €.
Die Neuausrichtung soll 2012 abgeschlossen sein, bereits ab 2011 soll die Expansion auch in Österreich wieder vorangetrieben werden.