Esprit: Weniger Umsatz und Gewinn
06.09.2010
(c) Esprit

Der an der Börse in Hongkong notierende deutsche Bekleidungskonzern Esprit tut sich weiter schwer. Im Geschäftsjahr 2009/10 (per 30. Juni) sind Umsatz und Gewinn das zweite Mal in Folge zurückgegangen. Der Einbruch im Wholesale-Geschäft hat sich sogar nochmals beschleunigt.

Ein Jahrzehnt lang kannten die Geschäftszahlen von Esprit nur eine Richtung: Nach oben. Seit 2008 ist das anders. Seither hat das Unternehmen mit Firmensitzen in Ratingen und Hongkong mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen zu kämpfen.

Im mit 30. Juni zu Ende gegangenen Geschäftsjahr kam der Umsatz unterm Strich bei 3,55 Mrd. € zu liegen – um 2,2 % unter Vorjahresniveau. In Europa fiel das Umsatzminus mit 6,6 % deutlich überdurchschnittlich aus. Dabei blieb der Bekleidungskonzern hochprofitabel: Der Nettogewinn betrug 445 Mio. €. Grund zum Jubeln ist das auch keiner: Denn gegenüber dem Geschäftsjahr 2008/09 (499 Mio. €) bedeutet diese Zahl einen Einbruch um knapp 11 %.

Ein noch größerer Rückgang wurde durch die fortgesetzte Expansion mit eigenen Retail-Stores verhindert. In diesem Segment stieg der Umsatz um 9,3 % auf 1,9 Mrd. €. Die Zahlen legen nahe, dass es dabei bereits zu Kannibalisierungserscheinungen kommt: In vergleichbaren Stores gingen die Umsätze um 2,4 % zurück.

Die Wholesale-Umsätze gingen um 14,3 % auf 1,6 Mrd. € zurück. Weltweit (ohne China) gibt es heute mit 1.327 Franchise-Läden um 91 weniger als ein Jahr zuvor, die Zahl der Shop-in-Shops und Identity Corners reduzierte sich um 1.047 auf 10.221.

Voll mitgemacht hat den Abwärtstrend die österreichische Landesgesellschaft, die von Salzburg aus immerhin für den weltweit viertgrößten Markt zuständig ist. Mit einem Volumen von 155 Mio. € rangiert der österreichische Markt für Esprit immerhin deutlich vor Hoffnungsmärkten wie China und USA. Durch die Expansion stieg der Umsatz in den österreichischen Retail-Stores um 10,5 % auf 81,7 Mio. €, in den vergleichbaren Geschäften sind die Umsätze aber um 3,6 % zurückgegangen. Die Zahl der Retail-Shops ist im letzten Jahr um 2 auf 14 gestiegen.

Im Wholesale betrug das Umsatzminus gleich 15,7 %. Die Einnahmen aus dem Wholesale-Bereich, zu dem auch alle Franchise-Stores zählen, liegt mit 73,6 Mio. € bereits deutlich hinter dem Retail-Umsatz. Die Zahl der Franchise-Stores ging um gleich 20 auf 89 zurück, Shop-in-Stores sowie Identity Corners gibt es in Summe nun 347 und damit um 4 weniger als ein Jahr davor. Insgesamt ging die kontrollierte Verkaufsfläche somit um 6,6 % zurück.