Der Modedesigner Wolfgang Joop soll den insolventen Unterwäschehersteller Schiesser beim Gang an die Börse unterstützen. Das beschloss heute der Gläubigerausschuss. Joop werde Schiesser »künftig im Hinblick auf Marketing, Design und visuellen Auftritt beraten«, teilte das Unternehmen mit. Joop wird persönlich weder in die Geschäftsführung noch in den Aufsichtsrat einziehen.
»Wir erwarten von Wolfgang Joop einen wesentlichen Beitrag, die Marke Schiesser in ihrer Attraktivität zu stärken und zu profilieren«, erklärt Insolvenzverwalter Volker Grub. »Wolfgang Joop kann darüber hinaus wichtige Impulse für das Design und den Marktauftritt von Schiesser geben.«
Joop selbst teilt mit: »Ich freue mich über die Entscheidung des Gläubigerausschusses und darauf, meine Erfahrung in der Modebranche und als Unternehmer bei Schiesser einzubringen. Schiesser verfügt über eine großartige Belegschaft und eine starke Marke – zwei entscheidende Faktoren um weiter profitabel zu wachsen«.
Der Umsatz der Schiesser AG betrug von 1. Mai 2009, dem Tag der Insolvenzeröffnung, bis Jahresende 82,6 Mio. €, im gleichen Zeitraum wurde ein operativer Gewinn von rund 3 Mio. € erzielt. Für 2010 plante das Traditionsunternehmen einen Umsatz von 128 Mio. € und einen Gewinn von 9,5 Mio. €.
Die genauen Konditionen des Einstiegs wurden nicht bekannt gegeben. Bis zuletzt verhandelte Insolvenzverwalter Grub mit drei Bietern. Erwartet wurde ein Verkaufserlös von rund 80 Mio. €. Joop hatte zuvor bekannt gegeben, eine Minderheitsbeteiligung anzustreben. Der Masseverwalter hatte zuletzt laut darüber nachgedacht, mit Joop an Bord auch in die Oberbekleidung einzusteigen.
Wolfgang Joop war erst vor wenigen Wochen als Geschäftsführer seines Unternehmens Wunderkind zurückgetreten. Er wolle sich wieder auf die kreative Arbeit konzentrieren, hieß es damals.