Triumph schließt Werk in Hartberg
25.06.2010
(c) Valisere

Die Triumph International AG schließt mit 31. Oktober das Nähwerk in Hartberg (Steiermark). Von der Schließung betroffen sind insgesamt rund 290 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sozialpläne sind in Ausarbeitung.

»Die Werkschließung ist notwendig geworden, da der Gesamtkonzern Triumph International weltweit mit massiven Überkapazitäten in seinen Produktionszentren konfrontiert ist«, heißt es in einer schriftlichen Information, in der außerdem von einem »weiterhin sehr schwierigen Marktklima« die Rede ist. »Folge davon ist ein internationaler Absatzrückgang sowohl bei Handelspartnern von Triumph als auch beim Endverbraucher. Dies hat seit 2009 zu einer deutlichen Verschlechterung der Entwicklung der Auftragsbestände für die österreichischen Produktionsbereiche geführt, die nahezu 90 % für ausländische Märkte produzieren. Weder die aktuelle noch die prognostizierte Auftragslage lassen eine Verbesserung erwarten.«
Triumph bedauere den Verlust von Arbeitsplätzen »auf das Tiefste«, die Schließung sei jedoch »«notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin zu gewährleisten«.
Gewerkschaftsvertreter Karl Haas bezeichnet die Vorgehensweise, »dass ein internationaler Konzern aus Gründen der Gewinnmaximierung 300 Beschäftigte, zumeist Frauen, einfach auf die Straße setzt«, als »inakzeptabel«.
Der global agierende Wäschekonzern hat seinen Hauptsitz in der Schweiz und beschäftigt weltweit 35.000 Mitarbeiter. Für 2008 wurde ein Umsatz von 2,37 Mrd. CHF (1,75 Mrd. €) gemeldet. Auf Triumph Österreich mit Sitz in Wiener Neustadt entfielen davon 307,2 Mio. €. Für 2009 wurden noch keine Zahlen veröffentlicht. Mit 1.519 Mitarbeitenden an den Standorten Wiener Neustadt, Oberpullendorf, Aspang und Oberwart bleibt Triumph auch künftig einer der größten Arbeitgeber der österreichischen Bekleidungsindustrie.