OP Prostějov, der größte Bekleidungshersteller der Republik Tschechien, ist pleite. Das Kreisgericht Brno hat auf Antrag des Unternehmens mit Sitz in der Stadt Prostějov im Landkreis Olomouc das Insolvenzverfahren eingeleitet.
OP Prostějov erzeugt u. a. das klassische Herren-Konfektionslabel Bernhardt, das Denimlabel William & Delvin sowie mehrere Damenmodemarken und war als Hersteller von Private Labels auch am österreichischen Markt erfolgreich. Außerdem werden mehr als hundert eigene Geschäfte betrieben, darunter ein Outlet im Freeport-Center bei Excalibur City/Kleinhaugsdorf.
Das Management zeigt sich laut Nachrichtenagentur ČTK zuversichtlich, den Betrieb retten zu können. Als Sofortmaßnahme wurde die Verkürzung der Produktionswoche auf vier Tage beschlossen, berichtete eine Gewerkschaftsvertreterin. Das 1941 gegründete und 1992 privatisierte Unternehmen hatte in den letzten Jahren bereits einige Fabriken geschlossen, zuletzt wurden am verbliebenen Stammsitz nur mehr 1.500 statt vormals 3.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Laut Medien soll OP Prostějov Schulden von 1,6 Mrd. Kronen (61,5 Mio. €) angehäuft haben. Verantwortlich für die Verluste werden die Wirtschaftkrise, die wachsende Konkurrenz aus Asien sowie der ungünstige Wechselkurs zum Euro gemacht.
Eine der betroffenen Gläubigerbanken, die tschechische Tochter der Erste Bank, hat bereits angekündigt, das Unternehmen weiter zu unterstützen. Am 2. März tagt die Gläubigerversammlung.