Wolford mit Mega-Verlust

Der Vorarlberger Strumpfhersteller Wolford hat das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Verlust von fast 18 Mio. € abgeschlossen. Die Aufsichtsratschefin bietet im Verkaufsprozess mit.

Die größte Luxusmodemarke Österreichs ist im Vorjahr noch tiefer in die Krise gerutscht: Laut den soeben veröffentlichten Geschäftszahlen reduzierte sich der Umsatz von Wolford im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende April) um weitere 5 % auf 154,3 Mio. € (währungsbereinigt: - 4,1 %). Unterm Strich machte der Vorarlberger Strumpfhersteller einen Verlust von 17,88 Mio. €, nach einem Minus von 10,66 Mio. € im Jahr davor. Laut Management bewegen sich diese Zahlen »im Rahmen der Erwartungen«. Auch operativ steckt Wolford tief in der Verlustzone: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beläuft sich auf - 3,4 Mio. € (VJ: + 8,4 Mio. €). Das EBIT war mit 15,72 Mio. € negativ (VJ: - 2,92 Mio. €). Der Vorstand rund um den neuen CEO Axel Dreher führt die schlechten Zahlen auf Sondereffekte im Rahmen der laufenden Restrukturierung zurück. Ohne diese läge das EBITDA bei + 4,2 Mio. €, heißt es in einer Mitteilung.

Erstes Quartal besser

Ins neue Geschäftsjahr ist Wolford etwas besser gestartet: Im ersten Quartal ist dem Konzern immerhin ein Umsatzplus von rund 3 % (währungsbereinigt) geglückt. Die Prognose bleibt trotzdem verhalten: Bei einem geringen Umsatzwachstum ist auch für das restliche Jahr ein operativer Verlust eingeplant. Erst 2018/19 soll zumindest das operative Ergebnis wieder positiv sein. Die Banken haben die Finanzierung zumindest bis Juni 2018 sichergestellt.

Eigentümersuche

Im Juni hatte Wolford, eine der hundert größten Luxusmarken weltweit, bekannt gegeben, dass die derzeit größte Aktionärsgruppe aussteigen will und ein neuer Haupteigentümer gesucht wird. Zum aktuellen Börsenkurs wäre eine Mehrheitsbeteiligung (50,1 %) für rund 40 Mio. € zu haben. Ein künftiger neuer Eigentümer müsste das Unternehmen allerdings auch mit frischem Eigenkapital ausstatten. Die Vorarlberger Nachrichten hatten unter Berufung auf das Umfeld des Unternehmens jüngst berichtet, dass das Interesse an der Marke »enorm« sei und auch ein großer Luxuskonzern bei den Bregenzern einsteigen könnte. Vor wenigen Tagen hat nun Antonella Mei-Pochtler, seit drei Jahren Aufsichtratsvorsitzende von Wolford, ihr Amt zurückgelegt, »um am laufenden Bieterprozess zu partizipieren«, wie es in einer Mitteilung heißt. Mei-Pochtler ist gleichzeitig Senior Partnerin der Boston Consulting Group. Ob sie im Bieterprozess eine Investorengruppe vertritt, wird nicht kommuniziert. Einstweilen wurde die bisherige Stellvertreterin, Claudia Beermann, zur interimistischen Aufsichtsratschefin bestellt.

Von: Manuel Friedl

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