Unibail-Rodamco will mit Megadeal an die Spitze

Der französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco bietet knapp 21 Mrd. Euro für den in Australien ansässigen Mitbewerber Westfield.

Mit 69 Einkaufszentren in ganz Europa - darunter auch die Shopping City Süd und das Wiener Donau Zentrum - ist Unibail Rodamco bereits heute der größte börsennotierte Shopping-Center-Betreiber Europas. Am 12. Dezember 2017 teilte das Unternehmen nun mit, für den Shopping Center-Betreiber Westfield aus Australien 13,3 Mrd. Euro zu bieten. Die Schulden von Westfield eingeschlossen, hätte die Übernahme ein Volumen von 20,94 Mrd. Euro.

Internationale Marktführerschaft

Mit diesem Immobiliendeal, dem weltweit größten seit dem Jahr 2013, würde Unibail-Rodamco die globale Marktführerschaft übernehmen. Westfield-Mitgründer Frank Lowy selbst sprach von einem sehr guten Angebot: Denn damit bietet Unibail-Rodamco um etwa 18 Prozent mehr, als der aktuelle Börsenwert des Unternehmens. Westfield betreibt derzeit 35 Einkaufszentren. Die meisten davon befinden sich in den USA. In Europa ist Westfield derzeit lediglich in London mit zwei Standorten präsent.

Wenn die Wettbewerbsbehörden die Übernahme genehmigen, entsteht ein Unternehmen mit 104 Einkaufszentren und etwa 1,2 Milliarden Besuchern jährlich. Das Closing des Deals wird mit dem ersten Halbjahr 2018 erwartet. Die geplante Übernahme ist ein Zeichen dafür, dass auch die Betreiber von Shopping Centern ob des wachsenden Druckes aus der Online-Welt selbst immer mehr in Bedrängnis geraten. Als Vermieter von Einzelhandelsimmobilien spüren sie auch die Verlagerung von Umsätzen vom stationären in den Online-Handel. Experten erwarten jedenfalls eine weitere Konsolidierung des Marktes.

Von: Rainer Seebacher