Sports Direct Österreich sieht rot

Im Geschäftsjahr 2015/16 musste der Sportartikeldiskonter Sports Direct am heimischen Markt 44 Millionen EUR Verlust hinnehmen, der Umsatz brach um 27 % ein.

Sports Direct scheint hierzulande nicht aus den roten Zahlen herauszukommen: Der Jahresumsatz brach im GJ 2015/16 (per Ende April) um 27 % auf 138,5 Mio. EUR ein, der Jahresverlust beläuft sich auf 44,4 Millionen EUR. Das negative Eigenkapital lag zum Bilanzstichtag Ende April 2016 bei 117,9 Mio. EUR, so heißt es im Jahresabschluss 2015/16 des Unternehmens.

Unterstützung durch britische Mutter

Trotz der tiefroten Zahlen, sei der Fortbestand von Sportsdirect.com Austria gesichert, wie das Unternehmen mitteilt: Das österreichische Tochterunternehmen von Sports Direct soll weiterhin von der britischen Mutter (über den 30. April 2018 hinaus) unterstützt werden, wie der Mutterkonzern in einem Unternehmensschreiben bestätigt.

Sports Direct in Österreich


Die Übernahme von Sport Eybl 2013 trägt bisher keine Früchte: Im Geschäftsjahr 2010/11 verzeichnete Eybl noch etwa 338 Mio. EUR Umsatz, seitdem rasseln die Zahlen in die Tiefe. Die österreichischen Kunden scheinen auf das Diskontkonzept nicht anzusprechen. Sports Direct allerdings, sieht die Gründe für die aktuell schlechten Zahlen aus 2015/16 in der Umstellung der Sortimente und im wetterbedingten schlechten Weihnachtsgeschäft. Zudem habe auch die negative mediale Berichterstattung zum Teil negative Auswirkungen gehabt.

International hingegen können sich die Zahlen von Sports Direct sehen lassen: Im GJ 2015/16 machte das Unternehmen 330 Mio. EUR Gewinn. In Österreich jedoch rechnen Branchenexperten mit schlechten Aussichten für den Sportdiskonter: Mehr als 20 Filialen würden wahrscheinlich nicht übrig bleiben. Erst Anfang der Woche hatten die »Oberösterreichischen Nachrichten« berichtet, dass Sports Direct den Standort in der Plus City im Juni 2017 schließen wird. Als Nachfolger soll die norwegische Outdoor-Kette »XXL Sports & Outdoor« im Frühjahr 2018 einziehen. Die Filiale in der Shopping City Süd wurde kürzlich geschlossen.

Sports Direct befindet sich am heimischen Markt, was die Marktanteile betrifft, nur noch auf Platz 4 (13 bis 15 %). Branchenspitzenreiter sind Gigasport und Sport 2000 mit insgesamt 30 % Marktanteil, gefolgt von Intersport (25 %) und Hervis (20 %).

Von: Christiane Marie Jördens