René Lezard beantragt Insolvenz

Nach erfolglosen Verhandlungen mit potenziellen Investoren hat René Lezard am vergangenen Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Über Schutzschirmverfahren will man die Sanierung des deutschen Modekonzerns René Lezard fortsetzen, wie es seitens des Unternehmens heißt. Die Meldung über den Konkurs des Premium-Modeanbieters kommt wenig überraschend, denn schon seit September kämpft das Unternehmen um die eigene Existenz. Zunächst wollte man noch bei einer Abstimmung ohne Versammlung die Anleihegläubiger dazu bewegen, auf 40 % ihrer Forderungen und auf einen Großteil der Zinszahlungen zu verzichten. Allerdings hieß es nur sechs Wochen darauf, dass die »verbindliche« Vereinbarung geplatzt sei, weshalb man Kontakt zu Investoren geknüpft hatte. Unterdessen hatten die Gläubiger zurückgerudert und die Stundung der Zinsen verlängert, jeweils einmal im Jänner und einmal im Februar. Doch wie es nun scheint, war dies vergebens.

Keine aktuellen Geschäftszahlen bekannt

Im Geschäftsjahr 2015/16 erwirtschaftete René Lezard einen Umsatz (nach vorläufigen Zahlen) von 45 Mio. EUR, was einem Minus von 15 % im Vergleich zu zwei Jahren davor entspricht. Die Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 veröffentlichte man im vergangenen Dezember.

Zum Unternehmen René Lezard

Die René Lezard-Gruppe (rund 450 Mitarbeiter) ist Premium-Anbieter von Herren- und Damenbekleidung. Das Unternehmen vertreibt auch in Österreich. Die Gruppe wurde 1978 von dem Geschäftsmann Thomas Schaefer gegründet. Der Sohn einer Thüringer Textil- und Strickwarenfamilie baute sein Geschäftskonzept auf einer neuartigen Herren-Hosenkollektion auf, welche er später zu einer Herren- und Damenkollektion ausbaute. René Lezard ist neben dem Heimatmarkt Deutschland auch im Ausland aktiv: So vertreibt man in Europa, dem Mittleren Osten und in den USA.

Von: Christiane Marie Jördens

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