Neuer Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann

Um sich als künftiger Handelsangestellter für die Multichannel-Zukunft bestmöglich zu wappnen, kann man sich in Österreich nun zum E-Commerce-Kaufmann oder -Kauffrau ausbilden lassen.

Die dreijährige Lehrausbildung E-Commerce-Kaufmann/-Kauffrau wurde vom Bundesberufsausbildungsbeirat kürzlich einstimmig beschlossen und kann ab dem Sommer 2018 gewählt werden. Bewerbungen sind bereits ab Anfang des kommenden Jahres möglich. Bisher hatte eine eigens auf den Bereich Multichannel ausgerichtete Lehrausbildung in Österreich gefehlt: »Mit unserem Lehrangebot beschreiten wir neue Wege im Handel. Zwar gab es schon bisher Weiterbildungsmöglichkeiten in Sachen Onlinevertrieb. Doch so eine ganzheitliche Ausbildung mit formellem Nachweis ist ein begrüßenswertes Novum«, so Martin Sonntag, Bundesobmann des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels in der Wirtschaftskammer (WKO).

Der neue Lehrberuf soll eine Ergänzung zum bisherigen dualen Ausbildungsweg Einzel- und Großhandel sein und ist in das System der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe eingegliedert. Zu den vermittelten Lehrinhalten zählen u.a. die Präsentation von Waren im Onlineshop, die Verwendung unterschiedlicher Werbeformate im Display-Marketing sowie die Erstellung und der Versand von Newslettern.

Fachkräfte-Nachwuchs sichern

»Wir möchten die Lehre mit dieser qualitativen Ausbildung für junge Menschen attraktiv machen und so den Fachkräftenachwuchs bestmöglich unterstützen. Eine aktuelle Studie stellt einen positiven Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Arbeitsplatzzuwächsen in Österreich fest. Im letzten Jahr haben die Sozialpartner den Digitalen Verkauf auf den Weg gebracht. Wir hoffen nun auf zahlreiche Bewerber und Bewerberinnen, die sich für diese beiden neuen Angebote mit vielen Entwicklungschancen begeistern können«, ergänzt GPA-djp Bundesjugendsekretärin Barbara Kasper.

Die Absolventen der neuen E-Commerce-Ausbildung sollen künftig nicht nur Onlineshops aufbauen und betreuen können, sondern auch Webanalysen durchführen, Statistiken erstellen und lesen können sowie Datenbanken pflegen, um verkaufsrelevante Schlüsse daraus ziehen zu können.

Ebenfalls Rechnung getragen wird der fortschreitenden Digitalisierung mit einem neuen Angebot der Berufsakademie des Handels: Händler ohne Matura können hier eine akademische Weiterbildung absolvieren - berufsbegleitend in Kooperation mit der FH Wien und dem WIFI. Die Lehrgänge Akademischer Handelsmanager und MSc Handelsmanagement zielen auf die Vermittlung von digitalem Wissen ab, durch Inhalte und Fächer wie Digitales Marketing.

Von: Christiane Marie Jördens

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