Lenzing verwandelt Holz in Seide

Mit Tencel Luxe will der Faserhersteller Lenzing in den Endlosfaser-Markt einsteigen und die Luxus-Modebranche beliefern.

Die Lenzing AG hat eine neue Endlosfaser entwickelt, die aus Holz, genauer gesagt Zellstoff, besteht. Der börsenotierte Faserhersteller hat diese Innovation namens Tencel Luxe kürzlich in Paris vorgestellt. Die Stadt der Mode wurde für die Vorstellung des neuen Garns wohl deshalb gewählt, weil der Konzern damit die Luxus-Modebranche direkt beliefern kann. Bisher lieferte Lenzing seine Fasern an Spinnereibetriebe, die daraus Fäden herstellten. Tencel Luxe können Strickern und Webern nun direkt verarbeiten.

Tencel Luxe

Die Endlosfaser - in der Fachsprache auch als Filament bezeichnet - hat ähnliche Eigenschaften wie Seide und kann mit ihr, sowie mit Kaschmir und Wolle, kombiniert werden. Das Garn ist zudem atmungsaktiv, bietet eine hohe Farbechtheit und ist unglaublich leicht: Eine Spule, die etwa 120 Kilometer Garn trägt, wiegt nur 480 Gramm.

Die Herstellung des Garns erfolgt besonders nachhaltig: Die Lenzing kauft das Holz bzw. den Zellstoff gemäß strenger Nachhaltigkeitsrichtlinien ein. Zudem belastet der geschlossene Produktionskreislauf die Umwelt minimal und benötigt vergleichsweise wenig Wasser und Energie. Den Produktionskreislauf hat die Europäische Union mit dem »European Award for the Environment« ausgezeichnet.

»Wir haben in der Branche nicht nur die Vorreiterrolle für den Schutz der Umwelt inne, sondern stellen gleichzeitig Filamente für Stoffe her, die für Designs besonders anspruchsvoller Konsumenten bestimmt sind. Die Einführung von Tencel Luxe ist ein Zeichen für unser Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit«, erklärte Stefan Doboczky, Vorstandsvorsitzender der Lenzing Gruppe bei der Präsentation der Innovation in Paris.

Tencel Luxe wird am Standort Lenzing produziert. In den kommenden Jahren will Lenzing die Kapazitäten weiter ausbauen. Die Entscheidung über die Errichtung eines neuen Werkes soll im dritten Quartal des nächsten Jahres fallen.

Von: Rainer Seebacher

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