Kering will Puma-Mehrheit abgeben

Der französische Konzern Kering möchte sich nun ganz auf das Luxussegment mit Mode, Schmuck, Uhren und Lederwaren konzentrieren.

Kering (Gucci, Yves Saint Laurent, Gucci) will sich von seiner Mehrheitsbeteiligung am deutschen Sportartikelhersteller Puma trennen. Dies teilte der Konzern am 11. Jänner 2018 mit. Derzeit hält Kering 86,3 % an der Puma AG. 70 % will der Konzern nun an seine Aktionäre in Form einer Sachdividende weiterreichen. Die Investmentgesellschaft Artémis der Unternehmerfamilie Pinault, die an Kering 40,9 % der Anteile hält, würde durch diesen Schritt mit 29 % der Anteile größter Aktionär des Sportartikelherstellers werden. Mit dem Schritt möchte Kering seine Position als Pure Player im Luxussegment stärken und dadurch die eigene Rentabilität steigern, wie das Unternehmen selbst betont.

Der Puma-Verwaltungsrat begrüßt die Änderungen in der Eigentümerstruktur. Dadurch würde der Streubesitz von Puma von derzeit 14 auf 55 % steigern. Vorstandschef Björn Gülden konkretisiert: »Puma würde für Investoren wieder interessanter werden, weil unsere Anteile einen wesentlich höheren Streubesitz und größere Handelsvolumina aufweisen würden.« Kering und Artémis würden indes starke Partner für Puma bleiben und damit beweisen, dass sie an den zukünftigen Erfolg von Puma glauben. Die Zustimmung der Kering-Aktionäre zu der Abspaltung könnte auf der Hauptversammlung am 26. April 2018 erfolgen.

Hintergrund

Kering ist vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert. Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt. Inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt.

Im vergangenen Jahr hatte Puma seine Umsatz- und Gewinnprognosen dreimal nach oben geschraubt. Der Umsatz sollte 2017 um bis zu 16 Prozent auf mehr als 4 Mrd. Euro steigen, der operative Gewinn auf 235 bis 245 Mio. Euro - fast doppelt so viel wie 2016. Genaue Zahlen will Puma am 12. Februar 2018 nennen. Diese an und für sich guten Zahlen reichen aber dennoch nicht an das im Luxussegment gewohnte Profitniveau heran. Die Zukunft der anderen Sportmodemarken von Kering wie Volcom ist indes noch offen.

Von: Rainer Seebacher

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