Gewinneinbruch bei Gerry Weber

Die Gerry Weber Group musste im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres erneut Umsatz- und Gewinneinbußen hinnehmen: Der Überschuss brach von 3,0 auf 1,7 Mio. EUR ein.

Der Konzernumsatz der Gerry Weber-Gruppe ging um 3,6 % auf 427,8 Mio. EUR zurück - u.a. aufgrund der Schließung von 115 Filialen im Rahmen des Kostensenkungsprogramms. Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 28,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (November bis April). Außerdem verringerte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 212 auf 6938 Angestellte.

Vorstandschef ist zuversichtlich

Trotz der anhaltend schwierigen Zeiten für Gerry Weber, gibt sich Vorstandschef Ralf Weber zuversichtlich:

»Mit den Zahlen des 1. Halbjahres 2016/17 liegen wir genau im Plan und sind zuversichtlich, die selbst gesteckten Ziele für das gesamte Geschäftsjahr zu erreichen. Das Marktumfeld ist anhaltend schwierig, aber wir haben rechtzeitig darauf reagiert. Erste Erfolge sind nicht nur auf der Kostenseite ersichtlich, sondern zeigen sich auch in der wieder zunehmenden Akzeptanz unserer Mode bei den Kundinnen und bei unseren Wholesale-Partnern.«

Vor allem die im Sommer 2016 lancierte Submarke Talkabout würde sich online und bei den Wholesale-Partnern gut entwickeln: Derzeit stehe man bei 83 Talkabout-Flächen, wolle die Zahl bis Jahresende aber auf 120 bis 150 Flächen erhöhen, so Weber. Weiters wolle man das laufende Jahr dafür nutzen, neue Modelle bei der Flächenbewirtschaftung und innovative Ideen umsetzen.

Die Kernmarken

Auf den Umsatz der Kernmarken wirkten sich vor allem die Filialschließungen negativ aus, doch auch flächenbereinigt gab es wieder ein Minus. Die Tochter Hallhuber legte hingegen wieder leicht zu. Gerry Weber, Taifun, Samoon und Talkabout erwirtschafteten einen Umsatz von 334,9 Mio. EUR - ein Minus von 4,8 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2015/16. Hallhuber schaffte mit 92,9 Mio. EUR ein Plus von 1,4 %.

E-Commerce

Das Online Business mit den Kernmarken steuerte 13,9 Mio. EUR zum Gesamtumsatzkuchen bei, was 3,2 % entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr konnte man sich damit um 11,6 % verbessern, wie es heißt. Positiv wirkte sich hier sicherlich auch der Relaunch des Onlineshops der Kernmarken aus. Das Online-Geschäft von Hallhuber wuchs um 7,1 % auf 9,1 Mio (9,8 % des Gesamtumsatzes).

Ausblick 2016/17

Mit den Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr 2016/17 bestätigt der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr, nach welcher der Konzernumsatz etwa 2 bis 4 % unterhalb des Vorjahreswertes von 900,8 Mio. EUR liegen wird. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll zwischen 60 und 70 Mio. EUR liegen. Darin enthalten seien laut Gerry Weber Abschreibungen in Höhe von rund 48 bis 50 Mio. EUR, weswegen mit einem operativen Konzernergebnis (EBIT) zwischen 10 und 20 Mio. Euro gerechnet wird.

Von: Christiane Marie Jördens

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