Fashion Week Berlin: Folklore und Farbenmeer

Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin startete mit einem bunten Mix aus Farben und opulenten Verzierungen in die Frühjahr/Sommer Saison 2018.

Lena Hoschek

Unter dem Motto »Kiss me Piroschka« lud Lena Hoschek im Zuge der Fashion Week Berlin auf eine Reise nach Ungarn ein. Dementsprechend zeigte sie eine von den Volkstrachten, dem unbändigen Temperament der ungarischen Frau und des Csárdás-Tanzes inspirierte Kollektion. Die Runway Looks überzeugten sowohl durch figurbetonte 50er-Jahre-Kleider als auch durch coole Hippie-Silhouetten, die Hoschek als »Folk Noveau« inszenierte. Dazu wurden farbenfrohe Blusen mit Matyó-Motiven zu weit schwingenden plissierten Röcken und altem Gipsy-Schmuck kombiniert. Die Designerin, welche aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht selbst ihren Applaus entgegen nehmen konnte, entschuldigte sich für ihr Fernbleiben per XXL-Grußkarten mit den Worten »Sorry, we prefer to stay at home« und schickte »Viele Bussis aus Wien«.

Laurèl

Golden Hour und ein Morgen am Strand – das ist der Ausgangspunkt für Laurèl im Sommer 2018. Die »Rise and Shine«-Kollektion zeigte seidige Stoffe, exotische Prints, tropisch-intensive Farben und viel Transparenz. Daywear-Pyjamas trafen auf lange Kleider, während feminin interpretierte Seidenshorts zu Bustier-Tops kombiniert wurden. Auch das Styling der Models stand unter dem Motto »Woke up like this«: Ein natürlicher, frischer Look und eine extra Portion »Glow« komplettierten den Beauty-Look. Chefdesignerin Elisabeth Schwaiger beschreibt die Thematik folgendermaßen: »Stellen Sie sich vor, Sie öffnen früh morgens die Tür zu einem wunderschönen Sandstrand, der Wind weht die Vorhänge sanft herein, draußen rauscht das Meer, und die aufgehende Sonne taucht alles in ein zartrosa Licht«. Somit kreierte Schwaiger »Träume aus Stoff für Träume von Sand, Salz und Sonne.«

Riani

»Fiesta de Rianista« wurde als Leitmotiv bei Riani in vielerlei Hinsicht umgesetzt. Als Auftakt der ersten Offsite Fashion Show des Schorndorfer Unternehmens diente der Auftritt des Profitänzer-Paares Motsi Mabuse und Evgenij Voznyuk, die mit einem Samba dem Publikum einheizten. Im Zeichen des Tanzes stand auch die neue Kollektion: Opulente Volants und Rüschen griffen den Samba-Look auf und wurden durch Spitze, Stickereien und Prints mit temperamentvollen Motiven ergänzt. Die Farbpalette leuchtete in kräftigem Aperol, heißem Nectarine sowie Sexy Black und Pure White. Das Motto »Costa Rica« spiegelte sich in saftigen Grüntönen des Regenwaldes mit aufregenden Akzenten wie Tropical Sky, Green Glow sowie Pure White wieder. Als krönender Abschluss gab es eine original lateinamerikanische Samba Performance, inklusive aufwändigen Kostümen und Federrädern in kraftvollen Farben.

Sportalm

Bei Sportalm spielte Ulli Ehrlich mit Ethno und Hippie-Styles und schaffte es mühelos, auch maritim-inspirierte Looks in die Kollektion zu integrieren. So präsentierte sie luftige Tuniken und Röcke aus leichten, fließenden Stoffen, aber auch Korall, Kachel- und Streifenprints auf Oberteilen oder Tüchern mit viel Mustermix. Sportlichkeit zeigte sich durch anschmiegsame Tops aus Jersey, luxuriöse Details sowie die Kombination aus verschiedenen Materialien setzten die für Sportalm typischen Statements. Ein umfassendes Farbspektrum von strahlendem Weiß bis hin zu Blau und Rottönen traf auf zurückhaltendes Beige. Zum Finale der Show gab es eine Tanz-Performance, welche die Choreographin Nikeata Thompson eigens für Sportalm inszeniert hatte. Vier Tänzerinnen wirbelten über den Laufsteg und zeigten ganz nebenbei die neuesten Kreationen der Sportalm Active Kollektion.

Marc Cain

Marc Cain lud in den »Private Garden« zur Fashion Show ins E-Werk in Berlin. Eine mit echtem Lavendel bepflanzte Wand und mit Rasen ausgelegte Ränge und Sitzreihen schafften den Rahmen für die Sommergarten-Atmosphäre. Die Entwürfe für Frühjahr/Sommer 2018 zeigten Power Looks für starke Frauen, die von den 70er- und 80er-Jahren inspiriert waren. Selbstverständliche Easiness wurde durch stilistische Brüche aus romantischen und funktionell-sportiven Elementen erzielt. Die Farbrange reichte von Azurro, Flame und Pink gefolgt von erdigen Tönen und Violett als Akzent, sowie Offwhite und Hellblau. Highlight der Show war der musikalische Live Act: Das israelische Newcomer-Duo Lola Marsh präsentierten unter anderem ihren Sommer-Hit »Wishing Girl«. Schauspielerin Alexandra Maria Lara zeigte sich begeistert: »Eine tolle und aufwendige Show-Inszenierung! Ich habe schon einige Lieblingsteile für den nächsten Sommer gefunden.«

Rebekka Ruétz


Rebekka Ruétz Kollektion war von vielen verschiedenen Einflüssen geprägt. Mal üppig geschmückt, mal poetisch und zart, dann wieder launisch und unehrerbietig, ließ die tiroler Designerin ihrer Fantasie freien Lauf. Erstmals nahm sie Elemente ihrer Streetwear-Linie You Know You Want It in die Prêt-à-porter-Kollektion auf: hier trifft Retro Athletic Wear auf Femininität und Science Fiction. Dekonstruierte Formen unterstrichen den für Ruétz typischen Materialmix. So zeigte sie Sportliche Hoodies gepaart mit Spitzenkleidern dazu Plateauschuhe und bunte Brillen. Bewusst wurden Farb- und Stilkombinationen missachtet, um eine unkonventionelle Haltung durch provokative Schattierungen darzustellen. Dies spiegelte sich auch in der Farbwahl wieder: Mitternachtsschwarz, Kameegrün und Ozeantürkis traf auf Korallpink und Helltürkis sowie Olivumber, Kaktusgrün und Rauchweiss.

Von: Felicitas Call

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